Zverev dämpft erwartungen: djokovic bleibt der boss in paris

Paris – Nach dem überraschenden Aus von Jannik Sinner bei den French Open herrscht in der Tenniswelt angespannte Erwartungshaltung. Bruder Mischa Zverev hat jedoch eindrücklich gewarnt, die Erwartungen an Alexander Zverev angesichts des Sinners-Schocks nicht zu hoch zu schrauben. Ein Blick auf den Serben Novak Djokovic macht die Sache deutlich.

Die sinners-niederlage: ein schock, aber kein turnierentscheid

Mischa Zverev betonte bei Eurosport, dass das Ausscheiden des als Topfavorit gehandelten Sinner kaum eine Rolle spiele. „Wir alle, inklusive Sascha, sind erfahren genug“, so Zverev. „Zwei Matches sind gewonnen, das dritte steht am Freitag an. Es ist noch ein langes Turnier vor uns, da kann noch so viel passieren.“ Die Hitze in Paris und die körperliche Belastung scheinen Sinner letztendlich zu überwältigt zu haben – ein bitteres Ende für den Weltranglisten-Ersten.

Zverev zeigte wenig Verständnis für die Dramatik um Sinner: „Da kannst du nichts machen.“ Er räumte ein, dass er die entscheidenden Ballwechsel nicht mitbekommen habe, da er sich mit seinem Bruder im Training befunden habe. Freunde berichteten von einem angeschlagenen Italiener, dessen Kräfte offenbar versagt hatten. Die Temperaturen in Roland Garros waren extrem, und selbst Topathleten wie Sinner sind nicht immun gegen die Folgen.

Djokovic als mahnung: der könig der grand slams

Djokovic als mahnung: der könig der grand slams

Doch während viele den Fokus auf das Sinner-Aus legen, mahnt Mischa Zverev zur Besonnenheit. „Vor allem Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic darf man nicht vergessen“, betonte er. „Er hat 24 Grand Slams gewonnen, hat das Australian-Open-Finale gespielt – er weiß, wie es geht. Auch dort konnte er Sinner besiegen.“ Die Worte des erfahrenen Tennisspielers sind ein klarer Appell, Djokovic als ernstzunehmenden Konkurrenten zu betrachten.

Zverev erinnerte zudem an seine eigenen Erfahrungen mit solchen Situationen. „Ich hatte 2009 eigentlich ein gutes Jahr, habe aber bei allen vier Grand Slams Krämpfe bekommen, in jedem Spiel. Habe viermal aufgegeben oder 0:6 im Fünften verloren. Irgendwann macht der Körper zu und du kannst nichts machen.“ Diese persönliche Erfahrung verleiht seinen Aussagen zusätzliche Glaubwürdigkeit. Es ist ein Warnsignal an alle Spieler, die sich von der Hitze und dem Druck der French Open überwältigen lassen.

Die überraschende Niederlage Sinner's hat das Feld der möglichen Turniersieger in Paris deutlich aufgeräumt. Doch die Konkurrenz bleibt scharf, und Novak Djokovic, der unangefochtene König des Tennis, ist bereit, seinen Thron zu verteidigen. Alexander Zverev steht vor einer großen Herausforderung, muss sich aber seiner Erfahrung und seiner Klasse bewusst sein, um in diesem hart umkämpften Turnier erfolgreich zu sein. Die French Open versprechen jedenfalls weiterhin Spannung pur.