Sprungweite erlebt renaissance: zimbabwes tafadzwa chikomba stürmt auf platz 19 der allzeitbestenliste
Die Welt der Leichtathletik staunte am Mittwochabend: Nach Jahren der Stagnation in der Weitsprungdisziplin leuchtet neuer Glanz auf. Tafadzwa Chikomba, ein 25-jähriger Athlet aus Simbabwe, katapultierte sich mit einem Sprung von 8,75 Metern in die Diskussion um die besten Springer der Welt – und das, obwohl der Wert zunächst nicht gewertet wurde.

Ein sprung, der mehr als nur zahlen verrät
Der Wind, der Chikombas Leistung begleitete, maß 3,1 m/s – zu viel für eine offizielle Anerkennung. Dennoch ist die Marke ein Weckruf für eine Disziplin, die seit dem Rücktritt von José Miguel Echevarría, der nun unter Iván Pedroso in Guadalajara trainiert, an Attraktivität verloren hat. Es ist der beste Wert seit über sechs Jahren und erinnert an die Zeiten, als der Weitsprung für Furore sorgte.
Nur zwei Männer haben in den letzten 17 Jahren legal weiter als 8,66 Meter gesprungen: Echevarría selbst (8,68 Meter im Jahr 2018) und Johnathan Gayle (8,69 Meter im Jahr 2019). Chikombas bisher gültiger Bestwert von 8,27 Metern, erzielt in der Höhenluft von Tucson, reiht sich im Vergleich ein. Das ist der 188. Eintrag in der Geschichte der Leichtathletik, die seit den Olympischen Spielen 1991 in Tokio von Mike Powells unglaublichen 8,95 Metern dominiert wird.
Seine Reise von Mississippi nach Kansas State ist bemerkenswert. Nach zwei Saisons am Meridian Community College wagte Chikomba den Sprung zur Kansas State University – derselben Institution, die einst Kenny Harrison, den Olympiasieger im Dreisprung von Atlanta, hervorgebracht hat. Dieser Wechsel scheint sich ausgezahlt zu haben, denn die Leistung in der vergangenen Nacht deutet auf eine vielversprechende Entwicklung hin. Die Luft in Guadalajara scheint Chikomba zu liegen, und die Frage ist nicht, ob, sondern wann er seine Leistung offiziell bestätigen kann. Vielmehr als nur eine Zahl, zeigt dieser Sprung, dass der Weitsprung noch lange nicht am Ende seiner Entwicklung steht.
