Premier league dominiert europa: finanzielle überlegenheit prägt den kontinent
Die Debatte darüber, welche Liga die stärkste der Welt ist, ist längst abgehakt. Die englische Premier League setzt sich nicht nur im nationalen Wettbewerb durch, sondern auch auf europäischer Ebene immer deutlicher ab. Der wachsende finanzielle Vorsprung der mittleren Teams in England macht den Konkurrenz den Atem stocken zu lassen und die Erfolge in den UEFA-Wettbewerben bestätigen diesen Trend.

Ein blick zurück: tottenham und chelsea als vorboten
Bereits in der vergangenen Saison, der ersten mit den neuen Wettbewerbsformaten, deutete sich die Dominanz an. Tottenham krönte sich zum Europa-League-Sieger gegen Manchester United, während Chelsea in der Conference League mühelos triumphierte, wobei lediglich der Betis Sevilla ansatzweise Paroli bieten konnte. Ein Szenario, das sich in dieser Saison wiederholt.
Aston Villa sicherte sich den Europa-League-Titel durch einen klaren Sieg gegen das deutsche Team Freiburg, während Crystal Palace im Conference-League-Finale gegen Rayo Vallecano knapp siegreich war. Die Premier League setzt sich durch!
Alexander Ceferin, der Präsident der UEFA, warnte bereits 2023: „Die Premier League wird als eine Art Superliga verteufelt und soll gestürzt werden. Ihr Erfolg ist jedoch kein Zufall. Die Vereine haben ein Modell entwickelt, das auf sportlicher Leistung und einer hochgradig gleichen Verteilung der Einnahmen basiert.“ Doch die Wahrheit liegt auf der Hand: Geld spielt eine entscheidende Rolle.
In den letzten fünf Jahren gingen fünf von zehn Europa- und Conference-League-Titeln an englische Teams. Allein in diesem Zeitraum wurden über 7 Milliarden Euro an Transferausgaben verzeichnet. Und das ist noch nicht alles:Zehn der zwanzig ausgebenden Vereine seit der Saison 21/22 stammen aus England.
Andrea Traverso, Geschäftsführer für Nachhaltigkeit und Finanzforschung bei der UEFA, betonte: „Die Premier League generiert derzeit rund ein Viertel der gesamten Einnahmen der europäischen Klubs.“ Die Deloitte „Football Money League“ zeigt, dass neun der Top-zwanzig Vereine mit den höchsten Einnahmen aus Fernsehrechten, Ticketverkäufen und Marketing aus England stammen.
Während die Serie A in Italien mit knapp unter 600 Millionen Euro Einnahmen dem englischen Standard am nächsten kommt, verbleiben die anderen Top-Ligen deutlich dahinter. Die spanische La Liga hat zwar 12 Millionen Euro investiert, konnte aber in den letzten fünf Jahren lediglich den FC Sevilla in der Europa League siegen sehen. Die Ligue 1 in Frankreich blieb ohne Titel, während die Bundesliga mit Eintracht Frankfurt kaum in die Nähe des Erfolgs kam.
Ein Vergleich der Transferausgaben verdeutlicht die Diskrepanz: Der teuerste Spieler bei Freiburg kostete lediglich 11 Millionen Euro, während Aston Villa bereits über 42 Spieler für mehr als diese Summe verpflichtet hat. Crystal Palace hat in dieser Saison allein weniger ausgegeben als Rayo Vallecano in den letzten zehn Jahren.
Die Erfolge in den europäischen Wettbewerben sind ein Spiegelbild dieser finanziellen Überlegenheit. Fünf der sechs Premier-League-Teams erreichten in der Champions League die Top-8, während Newcastle sich über die Play-offs qualifizierte. Aston Villa gewann die Europa League, Crystal Palace die Conference League. Dies könnte dazu führen, dass in diesem Jahr drei Mannschaften aus demselben Land als kontinentale Champions hervorgehen – ein beispielloses Szenario, das die Dominanz der Premier League weiter festigen würde.
Die Premier League hat sich bereits das zusätzliche Ticket für die nächste Saison aufgrund ihrer starken Gesamtleistung gesichert. Mit dem Sieg von Crystal Palace in der Conference League qualifizieren sich nun insgesamt neun englische Teams für europäische Wettbewerbe.
