Zverev auf wimbledon-kurs: kohlschreiber sieht ihn als top-favorit!
Alexander Zverev hat sich in Roland Garros den langersehnten Grand-Slam-Titel gesichert und scheint nun auch Wimbledon fest im Blick zu haben. Obwohl der Rasenklassiker traditionell nicht zu seinen Lieblingsbelägen gehört, sehen Experten wie Philipp Kohlschreiber in ihm den größten Konkurrenten von Jannik Sinner – und das trotz einiger Widrigkeiten.

Ein neuer zverev auf dem weg?
Nach einer Durststrecke von fast 13 Jahren im Profi-Tennis gelang Zverev in Paris der Triumph, ein Fünf-Satz-Krimi gegen Flavio Cobolli. Das Fehlen von Top-Stars wie Carlos Alcaraz und die überraschende Niederlage von Jannik Sinner in der zweiten Runde eröffneten dem Deutschen die Tür zum Erfolg. Doch Wimbledon stellt eine neue Herausforderung dar: Der Rasen, auf dem Zverev in der Vergangenheit oft zu kämpfen hatte, wird erneut zum Prüfstand.
„Hinter Titelverteidiger Sinner ist Zverev für mich der Topfavorit, besonders da Alcaraz nicht dabei ist“, analysiert Kohlschreiber im Eurosport-Interview. Eine überraschende Äußerung, bedenkt man, dass Zverev in Wimbledon selten brilliert hat. Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass der Weltranglistendritte in den letzten zwölf Monaten zwar 31 von 44 Partien auf Rasen gewinnen konnte (70 Prozent), auf Sand liegt seine Siegquote jedoch bei beeindruckenden 83 Prozent.
Doch Kohlschreiber sieht mehr als nur die Statistiken. Er glaubt an eine Weiterentwicklung des Spiels des Deutschen: „Vielleicht erleben wir Alexander Zverev 2.0“, meint der ehemalige Wimbledon-Viertelfinalist. „Er hat sich etwas von dem starren Spielstil gelöst, bei dem er nur den Ball ins Feld spielt und von weit hinten agiert.“ Zverev sei kreativer geworden, nutze mehr Stopps und überrasche mit Serve-and-Volley.
Der 29-Jährige selbst gibt an, mit einem anderen Gefühl in das Turnier zu gehen: „Mit mehr Freude, mehr Freiheit, weil ich weiß, dass ich etwas Großes erreicht habe.“ Das frühe Aus in der ersten Runde im vergangenen Jahr gegen Arthur Rinderknech ist zwar noch frisch in Erinnerung, doch Zverev scheint gestärkt aus Paris hervorzugehen.
Am Dienstag trifft Zverev im ersten Runde auf Alexander Blockx, ein Duell, das der Deutsche bereits in Rom und Madrid deutlich für sich entscheiden konnte. Die Ausgangslage ist klar, doch ob Zverev seine kreative Form auch auf den Rasen bringen kann, wird die Wimbledon-Woche zeigen.
