Ancelotti spielt mit der katze: japan-test wird zur geduldsprüfung
Houston – Carlo Ancelotti, der Maestro des italienischen Fußballs, hat es mal wieder getan. Kurz vor dem entscheidenden K.o.-Runden-Duell gegen Japan im NRG Stadium lieferte er eine Pressekonferenz ab, die mehr Fragen aufwarf als beantwortete. Die Fans, die sich auf eine klare Ansage verlassen hatten, wurden stattdessen mit einem Augenzwinkern und einem Spiel mit der Erwartungshaltung konfrontiert.

Die aufstellung ein rätsel
„Alle Spieler sind fit. Ich werde nicht viele Änderungen vornehmen. Lasst mich in Ruhe, bitte!“, begann Ancelotti mit einem amüsierten Unterton. Es schien, als wolle er die Journalisten regelrecht vertreiben, die nach einer Voraussage für die Startaufstellung suchten. „Ich werde nicht verraten, wer morgen spielt. Ihr sollt auch etwas zu denken haben!“, fuhr er fort und bestätigte damit nur, was viele bereits vermuteten: Ancelotti genießt es, die Spannung aufrechtzuerhalten.
Die Konkurrenz innerhalb des Teams sei, so Ancelotti, „speziell“. Bei einer Weltmeisterschaft, betonte er, benötige man jeden Spieler, sei es nur für eine Minute, einen Freistoß oder einen Eckball. Ein Verständnis für diese Dynamik sei bei seinen Spielern offensichtlich.
Die mentale Stärke und das Herz werden gegen Japan entscheidend sein, erklärte der italienische Bondscoach. „Das Team hat Selbstvertrauen und ist bereit“, so Ancelotti, der aber auch darauf hinwies, dass die veränderte Spielzeit um die Mittagszeit eine Umstellung erfordert. Zum Glück, so betonte er, werde das Stadion für eine angenehme Atmosphäre sorgen.
Die Frage nach der idealen Besetzung blieb unbeantwortet. „Ich werde die perfekte Aufstellung für morgen finden. Dann müssen auch Sie, meine lieben Journalisten, überlegen und spekulieren“, schloss Ancelotti mit einem verschmitzten Lächeln ab. Seine Aussagen lassen den Schluss zu, dass die Startelf bis kurz vor dem Anpfiff ein gut gehütetes Geheimnis bleiben wird.
Ein weiterer Punkt, der Ancelotti ansprach, war die Positionierung von Cunha. „Seine Flexibilität gab uns im letzten Spiel einen Vorteil. Es ist wichtig, die gegnerische Mannschaft nicht in Muster pressen zu können“, so der Coach, der die Leistungen von Cunha, Bruno und Paquetá in den letzten Begegnungen hervorhob.
Die Äußerungen eines gegnerischen Trainers, der behauptete, Brasilien sei nicht mehr das, was es einmal war, ließ Ancelotti kalt. „Ich werde mich darauf konzentrieren, was wir können und wie wir uns vorbereiten. Wir werden das Spiel analysieren und unsere Stärken ausspielen.“
Ancelotti zeigte sich zudem skeptisch, ob das Turnierverlauf tatsächlich als „leicht“ einzustufen sei. „Jedes Spiel ist schwierig, sehr schwierig. Es gibt viel Druck und viele Faktoren, die man berücksichtigen muss. Ich sehe keinen klaren Favoriten für diese Weltmeisterschaft.“
Neymar, der Starstürmer, befinde sich in „guter Entwicklung“ und sei „ziemlich fit“, erklärte Ancelotti. „Er kann 15 Minuten spielen, aber das hängt vom Spielverlauf ab.“ Die Erfahrung seiner Spieler in solchen K.o.-Spielen werde Brasilien helfen, die Herausforderung zu meistern. „Es ist ein Spiel, das man gewinnen muss – es gibt kein Rückspiel“, betonte Ancelotti.
Die Weltmeisterschaft stelle eine „fantastische Erfahrung“ dar, so Ancelotti. „Der Fußball hat sich verändert. Es gibt keine unorganisierten Mannschaften mehr. Jeder studiert und lernt.“ Dennoch sehe er keinen einzelnen Mannschaft, die sich eindeutig von den anderen abhebe. „Alle Teams haben ihre Stärken und Schwächen.“
Mit einem Augenzwinkern beendete Ancelotti die Pressekonferenz: „Ich will nicht, dass ihr zu früh eure Pläne macht. Ich denke nach, und ihr solltet das auch tun.“ Ein klares Signal, dass die Vorbereitung auf das Spiel gegen Japan noch lange nicht abgeschlossen ist und dass Ancelotti weiterhin das Zepter in der Hand behält.
