Raducanu bricht ab: wimbledon verliert seinen größten publikumsmagneten

Emma Raducanu ist gestern Abend, nur 14 Stunden vor ihrem ersten Aufschlag, im Hotel in Wimbledon Village zusammengebrochen – nicht emotional, sondern buchstäblich: Ihr rechtes Schienbein hat den Belastungstest nicht überstanden. Die 23-Jährige wird beim Rasenklassiker fehlen, weil ein Ermüdungsbruch ihr Bein wie ein dünnes Glas zerreißt.

Die diagnose kam in letzter sekunde

Die Britin hatte vor zwei Tagen noch auf der Anlage Geläufe absolviert, lachte mit ihrem Fitnessteam, posierte für Promofotos. Keiner ahnte, dass die „kleinen Beschwerden“, die sie seit Rom plagten, sich in eine Stressfraktur verwandelt hatten. Erst eine späte MRT-Untersuchung gestern um 22:07 Uhr offenbarte den Riss – eine Stunde später teilte Raducanu auf Instagram mit: „Ich wollte es nicht glauben, aber mein Körper hat Nein gesagt.“

Das Queen’s-Finale vor zwei Wochen, das 6:4, 4:6, 3:6 gegen Donna Vekić, war offenbar der Tropfen, der das Bein zum Überlaufen brachte. Dort lief Raducanu noch wie auf Federn, jetzt sitzt sie mit Gips und Krücken in der Players’ Lounge – und verpasst ihre dritte Teilnahme in Serie.

Turnier verliert glamour und quoten

Turnier verliert glamour und quoten

Die All England Club-Verantwortlichen reagierten mit „tiefer Enttäuschung“. Raducanus Block auf Court 1 am Montag war seit Wochen ausverkauft, die BBC hatte bereits eine Doku angekündigt. Ohne die US-Open-Siegerin von 2021 droht den Organisatoren ein Loch im Programm: Sie war nach Jannik Sinner undIga Świątek der drittgrößte Ticket-Magnet.

Für Raducanu selbst bedeutet der Ausfall mehr als nur Fehlen in Wimbledon. Die Weltranglisten-73. brauchte dringend Punkte, um die US-Series nicht aus den hinteren Quali-Positionen starten zu müssen. Ein Ermüdungsbruch kostet sie – nach früheren Hand- und Knöchelproblemen – erneut Monate. Das Trainerteam um Nick Cavaday spricht von „mindestens acht Wochen Pause“, bevor überhaupt wieder auf Rasen gedacht werden darf.

Die frage bleibt: warum so spät?

Die frage bleibt: warum so spät?

Insider berichten, dass Raducanu die Schmerzen bis zuletzt herunterspielte. „Sie wollte unbedingt spielen, hat Schmerzmittel genommen und die Physios um Schweigen gebeten“, sagt ein Teammitglied anonym. Das Muster wiederholt sich: 2022 fiel sie kurz vor der French Open aus, 2023 verpasste sie die Australian Open – immer ein knappes Timing, immer ein Körper, der am Limit arbeitet.

Für die Fans bleibt ein leerer Platz an diesem Montag. Für Raducanu bleibt ein weiterer Kampf gegen die eigene Anatomie. Und für Wimbledon bleibt ein Turnier ohne sein berühmtestes Gesicht – und die Erkenntnis, dass auch der strahlendste Star nur Mensch ist.