Zverev am scheideweg: courier sieht alte muster wiederaufleben
Hamburg – Alexander Zverev hat sich erneut in die zweite Woche der French Open gekämpft, doch die Analyse von Tennis-Experte Jim Courier wirft einen langen Schatten auf die Ambitionen des Deutschen. Während Zverevs Siege über Bonzi, Machac und Halys zwar souverän aussahen, war es vor allem die Art und Weise, wie er einzelne Sätze verlor, die Anlass zur Sorge gibt.
Die schatten der vergangenheit: zverevs mentale blockade
Courier, zweifacher Roland-Garros-Champion, sieht bei Zverev immer noch die gleichen Tendenzen, an denen er seit Jahren arbeitet. „Sascha sah über weite Strecken des Spiels wirklich gut aus“, so Courier im Eurosport-Interview, „doch dann begann er in entscheidenden Momenten, sich zurückzuhalten und weniger aggressiv zu spielen.“ Dieser mentale Knackpunkt, die Tendenz, in Drucksituationen das Tempo zu drosseln und zu passiven Spielweisen zu verfallen, hat Zverevs Karriere immer wieder ausgebremst – und scheint sich hartnäckig zu halten.
Die Tatsache, dass Zverev den dritten Satz gegen Halys überraschend verlor, unterstreicht diese Beobachtung. Es ist ein Muster, das sich immer wiederholt und das ihn letztlich den erhofften ersten Grand-Slam-Titel kostet. Courier ist sich sicher: „Er wird weiter daran arbeiten müssen.“

Ein geschenk des himmels: der weg ins viertelfinale
Der Weg für Zverev ins Viertelfinale ist nun überraschend frei. Das Aus von Jannik Sinner, Novak Djokovic und Karen Khachanov hat die draw deutlich zugunsten des Deutschen verändert. Am Sonntag trifft Zverev auf Jesper de Jong, der als Lucky Loser ins Turnier kam. Der Niederländer, Weltranglisten-106., stellt zwar keine allzu große Hürde dar, doch es wird entscheidend sein, wie Zverev mit dem nun noch größeren Druck umgeht.
„Es wird interessant zu sehen sein, wie er reagiert, wenn der Druck steigt und er dem Finale immer näher kommt“, so Courier. Zverev selbst gibt sich selbstbewusst, räumt aber ein, dass er gegen Halys einen „kleinen Durchhänger“ hatte. „Ich spüre, dass mein Level da ist“, erklärte er, „und ich möchte in der zweiten Woche daran anknüpfen und alle meine Matches gewinnen.“
Die Chance auf den ersten Grand-Slam-Titel ist so groß wie nie zuvor. Doch Zverev muss beweisen, dass er nicht nur physisch, sondern auch mental bereit ist, diesen Schritt zu gehen. Die Analyse von Jim Courier ist eine deutliche Warnung: Nur wenn er seine alten Muster überwindet, hat er eine echte Chance, endlich den ersehnten Titel in Paris zu holen.
