Zsc-verteidiger marti: lemieux ist ein 'kleiner pitbull'!
Davos – Die Niederlage in Davos schmerzt beim ZSC Lions, und Verteidiger Christian Marti macht sich selbstkritisch. Doch es ist nicht nur die 0:1-Niederlage und der 2:1-Rückstand in der Serie, die ihn beschäftigen. Im Interview mit dem Blick äußerte sich Marti deutlich zu Brendan Lemieux und seiner Spielweise – und ließ dabei wenig Gutes auf ihn kommen.
Ein stockdiebstahl und ein hrubec im visier
Das dritte Spiel der Playoff-Viertelfinals war von einer hitzigen Atmosphäre geprägt, und das Privatduell zwischen Marti und dem HCD-Akteur Lemieux rückte ins Zentrum. Als Lemieux ZSC-Keeper Simon Hrubec zu nahe kam, zögerte Marti nicht und entriss ihm kurzerhand den Stock. Ein schneller, entschlossener Akt, der die angespannte Lage unterstrich. Die öffentliche Wahrnehmung von Lemieux, den viele plötzlich für einen Leistungsträger halten, kann Marti nicht nachvollziehen. „Vor einem Jahr haben ihn alle ausgelacht und jetzt sagt man plötzlich, er mache es super. Lemieux wird von den Medien extrem gehypt.“
Marti bezeichnet Lemieux zwar als „kleinen Pitbull“ und räumt ihm seinen Respekt ein, doch er äußert auch Bedenken. „Man weiß bei ihm nie, ob man irgendwann eine Faust im Gesicht hat. Angenehm ist das nicht.“ Das Verhalten des US-Amerikaners erinnert ihn an Cody Almond in Lausanne – einen klassischen Provokateur, der darauf aus ist, das Spiel zu stören und die Gegner zu reizen. Die Ausfälle von Sven Andrighetto und Jesper Frödén sind für Marti kein Grund für Ausreden. „Wir spielen gegen den Quali-Sieger. Wir müssen es hinbekommen, in Davos das Zepter zu übernehmen.“
Der Fokus liege klar auf dem eigenen Spiel. „Eigentlich mag ich gar nicht über ihn reden. Wir schauen auf uns“, so Marti, der betont, dass das Team sich auf seine eigene Leistung konzentrieren muss, um die Wende in der Serie zu schaffen. Es geht darum, in Davos zu dominieren und die Kontrolle über das Spiel zu übernehmen. Das ZSC-Team wird sich darauf einstellen müssen, Lemieux’ provokante Spielweise zu neutralisieren, ohne sich dabei selbst aus dem Konzept bringen zu lassen. Das wird eine Schlüsselaufgabe sein, wenn der ZSC die Serie noch drehen will.

Die herausforderung: lemieux kontrollieren, zsc befreien
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der ZSC die mentale Stärke besitzt, um sich von Lemieux’ Provokationen nicht beeinflussen zu lassen und sein eigenes Spiel durchzusetzen. Es gilt, die Aggressivität des HCD-Stürmers zu kanalisieren und gleichzeitig die eigenen Stärken auszuspielen. Nur so kann der ZSC die Serie noch wenden und den Einzug ins Halbfinale sichern. Die Aufgabe ist klar: Lemieux kontrollieren, ZSC befreien und in Davos zurückschlagen.
