Zsc lions verlieren andrighetto – lugano droht das aus
Sven Andrighetto fehlt den ZSC Lions im vierten Playoff-Duell gegen Lugano. Der Stürmer prallte im drittenSpiel mit Rudolfs Balcers zusammen, die Diagnose lautet: nicht spielbereit. Für die Zürcher ein Rückschlag, für die Tessiner eine letzte Chance.

Thürkauf reagiert mit gelassenheit
HC-Lugano-Captain Calvin Thürkauf wischt die Personalie vom Tisch: „Wir müssen Zürich schlagen, nicht Andrighetto.“ Eine klare Ansage, doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Ohne den Nati-Angreifer kassierte der Meister in dieser Serie noch keinen Sieg – und das, obwohl Andrighetto erst zwei Assists aufweist. Seine Präsenz aber entlastet Balcers und Malgin, seine Abwesenheit zwingt Coach Rikard Grönborg um. Harrison Luc Schreiber rutscht in die Top-Line, nachdem er zuletzt als 13. Stürmer durchrotierte. Eine Beförderung, die Druck bringt.
Die Bianconeri stehen mit dem Rücken an der Wand. Verlieren sie heute vor heimischem Publikum, endet die Saende Saison abrupt. Thürkauf weiß, dass seine Mannschaft sich vor allem selbst schadete: zu viele Strafen, zu wenig Nachdenklichkeit im Slot, zu viele Scheibenverluste im neutralen Drittel. „Wir haben die Fehleranalyse gegessen“, sagt er trocken. Ob sie schmeckt, zeigt sich ab 19.30 Uhr in der Cornèr Arena.
Luganos Problem: Die Powerplay-Quote liegt bei mageren 11 %, während Zürich jeden zweiten Überzahlspiel nutzt. Trainer Massimo Michelizza stellte gestern die Boxplay-Formation neu auf, doch ohne die verletzten Leiterläufer Jani Hakanpää und the-irgendwann-fehlenden Physik ist die Kiste undicht. Die Lions wiederum reisen mit Selbstvertrauen: In den letzten zwei Spielen erzielten sie acht Tore, wobei Malgin allein fünf Punkte sammelte. Wenn er und Balcers weiterhin Lücken finden, wird Schreiber kaum auffallen.
Die Stimmung im Lager der ZSC Lions ist locker, fast schon gelangweilt. Sie wissen: Ein Sieg heute und das Halbfinale wartet. Doch genau diese Einstellung hat schon so manchen Favoriten aus dem Playoff-Wettbewerb katapultiert. Thürkauf will die Serie nicht nach Zürich reisen: „Wir spielen zu Hause, wir haben nichts zu verlieren.“ Eine Kampfansage, die klingt, als hätte er schon den fünften Partie im Kopf. Aber wenn die Scheibe erst einmal fällt, zählt nur noch, wer die besseren Nerven hat.
