Zoma jagt itten: nürnberg wartet auf seine heimlichträger
Um 13:00 Uhr rollt der Ball im Max-Morlock-Stadion, und schon wieder hängt alles an zwei Angreifern, die sich nur die Umkleidekabine teilen würden, wenn sie im selben Team stünden. Mohamed Alì Zoma trägt Rot, hat acht Heimtore auf dem Konto und schießt den 1. FC Nürnberg mit 32,2 % Chancenwertung Richtung Aufstieg. Cedric Itten trägt F95-Fuchsia, erzielte 43 % aller Düsseldorfer Treffer und kassierte für seine Farben bereits 16 Punkte – beides Liga-Rekorde. Es ist der Tag der Torjäger, der Tag der Gegensätze.
Die serienträger und ihre makel
acht Heimspiele ohne Niederlage – ein Satz, der in der 2. Bundesliga nur noch hinter Darmstadts zwölf Spielen steht. Miroslav Klose hat aus der Bank heraus einen Lauf erschaffen, der selbst Karlsruhes 5:1-Debakel letzte Woche nur wie eine Fußnote wirken lässt. Doch die Statistik nagt: In keinem der letzten elf Ligaspiele hielt der Club die Null. Die Abwehr kassiert, der Angriff tröstet – und das Stadion beschert der Liga seit 24 Heimpartien mindestens vier Gelbe Karten pro Spiel. Schiedsrichter Timo Gansloweit dürfte pfeifend eintreten und mit sicherem Recht auf Warnschüsse hoffen.
Fortuna Düsseldorf reist als Formzweite an – 14 Punkte aus den letzten acht Spielen, alles nach Weihnachten. Markus Anfang lächelt, bis er an die Auswärtstabelle denkt: sieben Partien, kein Sieg, nur ein Punkt seit Oktober. Die Quadratur des Fußballs lautet: Itten plus Heimserie minus Druck gleich Auswärtsflaute? Die Antwort könnte ein Elfmeter sein – in fünf der letzten zehn Duelle pfiff der Referee Strafstoß, die Historie fordert ihre regelmäßige Dramatik.

Die stimmung trägt schwarz-rot
Übers Stadion liegt nicht nur Frühlingsnebel, sondern auch Trauer. Georg Koch, 54, ehemaliger Bundesliga-Keeper der Fortuna, starb diese Woche. Die Fahnen werden halbmast wehen, die Kurve wird seinen Namen skandieren, und selbst die Nürnberger Fans wissen: Heute zählt nur eine Seite des Ergebnisses, die andere Seite der Geschichte. Wer trifft, wird jubeln – aber mit gedämpfter Stimme.
Sky überträgt, Sport1 tickert, das Max-Morlock-Stadion verkauft sich restlos. Die Frage lautet nicht mehr, wo man zusieht, sondern wie lange Zoma braucht, um Itten die Armbinde abzunehmen. Die Statistik spricht für Nürnberg, die Form für Düsseldorf, das Herz für Koch. Am Ende zählt, wer aus der Statistik tritt und in die Geschichte eintritt. Die Serien sind auf dem Rasen geschrieben – und manchmal endet eine Serie mit einem Tor, das keiner auf dem Zettel hatte.
