Zimmermann landet auf bieberer berg – ofc wirbelt den trainerstuhl durch

Drei Tage nach Kristjan Glibos Rauswurf sitzt Mark Zimmermann schon wieder auf einem Bänkchen – diesmal am Bieberer Berg. Der OFC löste gestern die Notbremse und präsentierte den 52-Jährigen als neuen Feuerwehrmann für eine Mannschaft, die sich seit Wochen in der Regionalliga-Schlüsselzone verfängt.

Der Klub wirbt mit Stichworten wie Bodenständigkeit und Stabilität, doch dahinter steckt schlicht ein Machtwechsel mit Eilverdacht. Zimmermanns letzter Job endete beim Halleschen FC trotz Vizemeisterschaft und Pokalsieg – wegen „fehlender Weiterentwicklung“, wie es dort hieß. Offenbach hofft nun, dass dieselbe Tugend, die ihm in Halle zum Strick wurde, hier zur Rettungsleine wird.

Die stoppuhr tickt lauter als der neue coach

Die stoppuhr tickt lauter als der neue coach

Erste Einheit: heute Vormittag. Erstes Spiel: Samstag gegen Tabellenprimus Großaspach. Keine Einarbeitung, kein Testspiel, nur pure Adrenalinsprint. Zimmermann muss sofort liefern, sonst droht der OFC den Anschluss an die sichere Mittelmäßigkeit zu verlieren.

Martin Pieckenhagen, Geschäftsführer und ehemaliger Bundesliga-Keeper, lobt die „Kommunikationsstärke“ seines Neulings. Gemeint ist wohl: Er soll die Kabine zusammenkleben, bevor sie auseinanderfliegt. Denn die Kickers haben aus den letzten fünf Spielen nur einen Punkt geholt, das Anschlussprogramm ist gnadenlos.

Die Fans im Waldstadion werden ihn nicht lange schonen. Zimmermann kennt die Liga, kennt den Druck, kennt den Geruch von Abstiegsendspielen. Aber Offenbach ist ein eigener Pulverfassklub, wo schon mancher Retter vor lauter Schwarzpulver das Zeitliche segnete.

Die Kicker brauchen keine Philosophie, sie brauchen Punkte. Zimmermanns Zeit läuft schon – und die Uhr steht auf 14. Stelle.