Zielinski schreibt inter-geschichte: „das double wäre der perfekte jahresabschluss“
Piotr Zielinski lacht nicht. Er spricht nicht über Glück. Er spricht über Vorsatz. „Wir haben zwei Finale in einer Woche. Wer Inter wirklich liebt, weiß: Das Double ist drin“, sagt der Mittelfeldstratege im Exklusivgespräch mit TSV Pelkum Sportwelt. Nach der Champions-League-Pleite will der Pole mit der Nerazzurri jetzt Geschichte schreiben – und seine eigene mit Goldrand versehen.
Como zuerst: die große unbekannte
Dienstagabend, 21 Uhr, Canale 5. Im San-Siro steht nicht nur die Coppa-Italia-Halbzeit auf dem Spiel, sondern auch das Selbstverständnis eines Klubs, der sich nach Europa blamiert hat. „Como spielt Fußball, der nach La Liga aussieht“, warnt Zielinski. Cesc Fàbregas hat die Liguren in eine Ballbesitzmaschine verwandelt, Nico Paz (19) ist laut Datenanalyse der erfolgreichste Dribbler der Serie B. „Wenn wir ihn nicht zweimal am Fuß nehmen, macht er uns das Leben schwer“, sagt der 31-Jährige. Seine Lösung: hohes Pressing, Seitenwechsel, Tempo. Chivu ließ am Sonntag schon mal 3-4-2-1 trainieren – mit Zielinski als falsche Neun, sollte Lautaro Pause brauchen.

Derby: die 382. mailand-schlacht – und die letzte chance auf revanche
Noch vor drei Wochen hätten viele Inter-Fans den Stadtrivalen ausgebuht. Jetzt? „Milan ist wieder da, aber wir sind nie weg gewesen“, sagt Zielinski. Seit dem 1:2 im November (Giroud-Solo in der 93.) brennt die Rache. Die Statistik? Fünf der letzten sechs Derbys gewann Milan. „Wir haben die zweite Stern-Fluch-Debatte satt. Am Sonntag beenden wir sie.“ Seine persönliche Motivation: In keinem Derby traf er selbst. „Ein Tor wäre schön, aber drei Punkte sind schöner.“
Calhanoglu wird wieder Elfmeter nehmen – „seine Schiene ist reifer als meine“, scherzt Zielinski –, Bastoni trainierte gestern mit Maske, Dumfries soll rechts für Darmian rotieren. Die größte Unbekannte: das Mittelfeld. „Wenn wir gegen Como drehen, haben wir 72 Stunden später dieselbe Intensität. Die Maschinerie muss läufen, nicht laufen“, betont er.
Der Kader ist kurz, aber heiß. Nach der CL-Auslosung gegen Arsenal („wir haben geschlafen“) will der Pole mit der Truppe zeigen, dass Inter auch ohne Europa den dritten Stern in Serie holen kann. „Das ist unser Finale vor dem Finale“, sagt er und meint: Wer jetzt zittert, ist im Mai nur Zuschauer.
Die Woche wird über die Saison entscheiden. Und Zielinski? Er wird wieder bis zur 95. Minute sprinten. „Weil wir können. Und weil wir müssen.“
