Zenhäusern zieht notbremse: olympia-gold von 2018 reicht nicht mehr

Ramon Zenhäusern, einst König der Slalom-Stange, spielt laut mit dem Karriere-Aus. Der 33-Jährige schob nach dem Rennen in Kranjska Gora den Satz in die Welt, der seit Tagen durch die Skiszene hallt: „Ein Option wird auch der Rücktritt sein.“

Die qualifikation für das weltcup-finale verpasst

Platz 24 in der slowenischen Nacht, Rang 36 im Gesamtweltcup – das reicht nicht für Hafjell und nicht für die Swiss-Ski-Norm. Wer älter als 29 ist, muss unter die Top 30, sonst fliegt er aus dem Kader. Zenhäuserns Antwort: er fährt am Saisonende nach Saalbach, startet im Europacup, als hätte sich nichts geändert. Dabei weiß jeder, dass sich alles ändert.

Im Interview mit der „Blick“-Zeitung lavierte er zwischen Optimismus und Resignation. „Im Training fahre ich regelmäßig besser Ski als in der erfolgreichsten Phase meiner Laufbahn“, sagte er. Die Zahlen nennen das, was er nicht sagt: seit 2018 nur zwei Weltcup-Siege, keine Podestplätze in diesem Winter, dafür vier Mal außerhalb der Top 30. Die Stange gewinnt, der Schweizer verliert.

Slalom-chef joris hält die stange für den olympiasieger offen

Slalom-chef joris hält die stange für den olympiasieger offen

Matteo Joris, Chef der Schweizer Slalom-Männer, wirbt öffentlich für den Verbleib. „Ich würde einen so routinierten Athleten wie Ramon nicht fallen lassen“, betonte er. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Erfahrung im Slalom kein Schnäppchen ist, sondern Notwendigkeit. Doch Joris kann die Norm nicht überlisten. Entscheidet Swiss-Ski strikt nach Zahlen, ist Zenhäuserns Zeit als Langlauf-Ass gestutzt.

Der Athlet selbst kündigt ein Gespräch „nach dieser Saison“ an. Dabei tickt die Uhr laut. Wer im Mai keinen Vertrag hat, verliert Zugriff auf Trainingstrupps, Materialbudget und Startrecht. Zenhäusern kennt die Regeln, er hat sie einst mit Gold überstrahlt. Nun fragt sich die Szene: reicht die Erinnerung an Pyeongchang 2018, um die Gegenwart zu retten?

Die Antwort lautet: nein. Am 31. März läuft die Frist. Dann entscheidet sich, ob Zenhäusern die Stange weiter sein wird – oder die Karriere endgültig die Richtung Abfahrt nimmt.