Zeidler glänzt in sevilla – achter verpasst podest knapp!
Sevilla tobte vor Begeisterung, als die deutschen Ruderer beim ersten Weltcup der Saison eine beeindruckende Vorstellung boten. Oliver Zeidler, der Einer-Olympiasieger, dominierte sein Rennen souverän, während der Männer-Doppelvierer, der Frauen-Doppelvierer und der Mixed-Doppelzweier um Sarah Wibberenz und Arno Gaus ebenfalls Siege errangen. Einziger Wermutstropfen: Der Achter, das Flaggschiff des DRV, landete auf dem enttäuschenden vierten Platz.
Zeidlers triumph trotz technischer panne
Die Enttäuschung über den Achter wich jedoch schnell der Anerkennung für Zeidlers Leistung. Der 29-Jährige berichtete nach seinem Sieg, dass er kurz vor dem Rennen mit einem technischen Defekt an seinem Boot zu kämpfen hatte. „Kurz vor dem Rennen ist mein Griff kaputtgegangen. Wir konnten das zwar provisorisch reparieren, aber optimal war die Vorbereitung dadurch nicht“, erklärte Zeidler. Dennoch kontrollierte er das Finale von Anfang an und siegte in einer Zeit von 6:47,61 Minuten vor dem neutralen Athleten Jauhen Salaty und dem Belgier Vanderbusche. Es war ein Sieg der Nerven, der zeigte, dass Zeidler auch unter schwierigen Bedingungen seine Klasse beweist.

Achter: kampf gegen die weltspitze – und eine bittere erkenntnis
Der Achter hingegen musste sich den Niederlanden, Großbritannien und Rumänien geschlagen geben. Nach einem vielversprechenden Start, in dem das Boot knapp vor den Niederländern lag, zogen die Konkurrenten im weiteren Verlauf des Rennens vorbei. „Auf den ersten 1000 Metern haben wir gesehen, dass es möglich ist, mit der Weltspitze mitzufahren. Wir sind offensiv ins Rennen gegangen und dann den Heldentod gestorben“, analysierte Theis Hagemeister die Leistung des Achters. Die Niederlage zeigt deutlich, dass noch viel Arbeit nötig ist, um im internationalen Vergleich mithalten zu können. Der Ofen ist aus, so Hagemeister treffend.

Blick nach vorn: weltmeisterschaft in amsterdam
Für den DRV ist der Weltcup in Sevilla ein wichtiger Telegraf für die kommende Saison. Cheftrainer Marcus Schwarzrock zeigte sich trotz des enttäuschenden Ergebnisses des Achters optimistisch: „Natürlich hat nicht alles perfekt funktioniert, aber die Entwicklung vieler Mannschaften stimmt mich optimistisch.“ Der Saisonhöhepunkt ist die Weltmeisterschaft in Amsterdam (24. bis 30. August). Dort wird sich zeigen, ob die deutschen Ruderer ihre Leistung steigern und um die Medaillen kämpfen können. Die Basis ist gelegt, aber der Weg zur Weltspitze ist noch lang und steinig. Zeidler hat gezeigt, wie es geht: Ruhe bewahren, auch wenn der Griff mal bricht.
