Young boys bern versinkt im chaos: 26 punkte rückstand und ein kader ohne kompass

Ein Sechster mit Anspruch auf Meisterschaft – das ist die bittere Realität der Young Boys nach 29 Runden. 26 Punkte fehlen auf Spitzenreiter Thun, die Krone ist längst abgefallen, und die Debatte um die Ursenschlägt Wellen bis nach Zürich.

Blerim Dzemaili, 69-mal für die Schweiz aufgelaufen, liefert auf blue Sport das vernichtende Urteil: „Für mich ist YB die grösste Enttäuschung dieser Saison.“ Kein Blatt vor den Mund nimmt der Ex-Mittelfeldregisseur, wenn er das Fehlen von Leadern anprangert. „Das Schwierigste im Moment ist es, Leader zu kreieren. Ein Leader bist du oder bist du nicht.“

Planungschaos statt pflichtsiege

Planungschaos statt pflichtsiege

Pascal Zuberbühler, früher Stammkeeper der Nationalelf, wirft einen Blick auf den Kader und stutzt: „Bei YB stimmt doch etwas nicht. Ich frage mich, was bei der Planung dieser Mannschaft schiefgelaufen ist.“ Dzemaili widerspricht vehement – und macht trotzdem klar, dass Qualität allein nicht reicht. Hadjam nennt er einen der besten linken Verteidiger der Liga, Wüthrich und Benito seien „für die Liga problemlos“ gewesen, und der Torwart sei „super“. Doch Gigovic, Fassnacht und Bedia müssen erst lernen, Spiele zu lenken, statt nur mitzuspielen.

Die Zahlen sind gnadenlos: Seit der Winterpause holte Bern gerade einmal 13 Punkte aus zehn Spielen, kassierte in fünf der letzten sieben Partien mindestens zwei Gegentore. Die einstige Festung Wankdorf ist zur Durchgangsstation geworden.

Trainer Joël Magnin versucht, mit ständiger Rotation die richtige Mischung zu finden – doch jede Umstellung wirkt wie ein neues Puzzle, bei dem die Ecken fehlen. Die Fans skandieren nach 90 Minuten nicht mehr den Siegesgesang, sondern verlangen Antworten vom Präsidium.

Die Saison ist noch nicht gelaufen, der Cup bietet ein letztes Rettungsboot. Doch selbst dort lauern Gegner, die den YB-Schwung als Sprungbrett sehen. Wenn die Führungskrise anhält, droht der traditionsreiche Klub, dieses Frühjahr zur Fußnote zu werden. Die Uhr tickt – und die Leader, die Dzemaili vermisst, haben sich noch immer nicht blicken lassen.