Yb bangt in basel: bedia-ausbootung wirft fragen auf!
Basellandschaft. Die Young Boys haben am Samstagabend im St. Jakob-Park ein kämpferisches, aber letztlich frustrierendes Unentschieden gegen den FC Basel erreicht. Ein 3:3, das durch die späten Treffer von Virginius und Colley erst möglich wurde – und das viele Fragen aufwirft, insbesondere im Hinblick auf die überraschende Bankwarte-Rolle von Chris Bedia.
Seoanes taktischer schachzug: essende statt bedia
Gerardo Seoane, der Trainer der Berner, entschied sich, in einem Schlüsselspiel um die Europa League-Qualifikation, auf den Ivorer zu verzichten. Bedia, normalerweise gesetzt und mit 15 Treffern gemeinsam mit Christian Fassnacht der torgefährlichste Spieler der Super League, musste vom Ausbühnen aus zusehen. Stattdessen erhielt der junge Samuel Essende den Vorzug. Eine mutige, wenn nicht gar riskante Entscheidung, die sich angesichts von Essendes sieben Ligaspielen ohne Tor letztlich erst in der Schlussphase auszahlte, als er mit einem entscheidenden Assist Colley in Szene setzte.
Die Bildunterschrift des Spiels war das Aufwärmen: Chris Bedia, der Mann, der sonst regelmäßig für die Young Boys-Angriffe sorgt, versuchte, seine Emotionen unter einem Schlauchschal zu verbergen. Ein Signal der Frustration, das die Kameras des Senders nicht verborgen hielten. Seoane versuchte, die Entscheidung zu begründen: „Ich glaube, dass wir mit Samuel Essende einen Spieler haben, der gerade in einem Auswärtsspiel für den Gegner sehr unangenehm ist.“
Doch die Torflaute Essendes, die nun schon seit sieben Spielen anhält, nährt die Diskussionen. „Chris Bedia hat sich nichts zu Schulden kommen lassen“, betonte Seoane, „aber heute hatte ich das Gefühl, dass ich einen anderen Spielertyp brauche.“ Eine Aussage, die viele Fans und Experten gleichermaßen verblüfft.

Plötzlich umgestelltes system, glückliche joker
Auch Darian Males blieb ohne Einsatz. Laut Seoane lag dies an einer kurzfristigen taktischen Umstellung. Ursprünglich als Fassnacht-Ersatz vorgesehen, änderte der Coach seine Pläne im Laufe des Spiels. „Bei Einwechslungen wechselt das Gefühl nonstop. Das ist dann manchmal auch einfach Intuition“, erklärte Seoane, dessen Bauchgefühl sich am Ende als richtig herausstellte. Denn die Joker Virginius und Colley sorgten mit ihren Toren für den Punktgewinn. Daniliuc schoss sogar ein Eigentor, nachdem Virginius Druck ausgeübt hatte.
Es bleibt abzuwarten, ob Bedia diesen Dämpfer so schnell verkraften kann. Seoane deutete an, dass er bald wieder mehr Einsatzzeiten bekommen könnte. Die Frage ist, ob dieser taktische Schachzug YB langfristig stärker macht oder ob die fehlende Durchschlagskraft von Bedia nun doch zu sehr ins Gewicht fallen wird. Die Europa League-Hoffnungen der Young Boys hängen davon ab.
