Yakins wm-lotterie: xhaka fest, jashari heiß – wer landet im schweizer mittelfeld?

26 Kaderplätze, acht davon im Zentrum – und ein Gefühl von Glücksspiel. In Horben sortiert Murat Yakin diese Tage seine Reichweite neu, doch die endgültige Besetzung des Schweizer Mittelfelds für Nordamerika gleicht einem Puzzle mit vielen offenen Kanten. Drei Altvorderen sind gesetzt, der Rest laviert zwischen Verletzungen, Formdellen und einem Generationenwechsel, der längst begonnen hat.

Die unantastbaren: xhaka, freuler, zakaria

Granit Xhaka reist mit 147 Länderspielen im Gepäck und jagt in der Gruppenphase die 150er-Marke. Sein Name steht auf der Liste, bevor sie überhaupt ausgedruckt ist. Remo Freuler, 33, ist die verlässliche Metronom-Uhr, die seit Yakins Amtsantritt nur fünf Mal pausierte – nie wegen Leistung, immer wegen Rotation. Und Denis Zakaria? Der Monegasse ist die Notlösung mit Luxus-Option: Sechser, Box-to-Box, notfalls Libero. Wenn seine Sprunggelenke mitspielen, bucht er ebenfalls keinen Extraplatz, sondern den sicheren.

Der jahrgang 2004 klopft laut

Der jahrgang 2004 klopft laut

Ardon Jashari zog sich den Wadenbeinbruch kur nach seinem Milan-Wechsel selbst aus dem Rennen – und ist trotzdem Favorit. Sein Tempo in der Tiefe und das Auge für den vertikalen Pass machen ihn zur idealen Doppel-Acht neben Freuler. Johan Manzambi, 20, profitiert von seiner Polyvalenz: Achter, Zehner, rechter Flügel – Yakin liebt Schweizer Taschenmesser. Beide haben zweieinhalb Monate, um Erfahrung in Testspielen gegen Deutschland und Norwegen zu sammeln. Wer dort glänzt, spart sich das lange Warten auf die endgültige Nominierung.

Die angestrebten: sow, aebischer, sanches

Die angestrebten: sow, aebischer, sanches

Djibril Sow musste die EM verpassen, doch bei Sevilla ist er wieder Dauerkraft. Michel Aebischer wurde einst zur Not-Linksverteidigung verfrachtet – in Pisa darf er wieder ins Zentrum rutschen und zeigen, dass er auch dort robuste Meter schrubbt. Alvyn Sanches lieferte neun Tore und fünf Assists in 21 Super-League-Spielen ab, nachdem er sich das Kreuzband riss. Drei unterschiedliche Comeback-Stories, ein gemeinsamer Treibstoff: Spielminuten bis Mai.

Die außenseiter: ugrinic, sierro, fernandes

Die außenseiter: ugrinic, sierro, fernandes

Filip Ugrinic muss den Zusammenzug verletzt absagen – für einen 27-Jährigen, der seit November 2024 nicht mehr im Kader stand, ein Schlag ins Kontor. Vincent Sierro spielt in Saudi-Arabien, wo die Uhren anders gehen; die Konkurrenz aus Serie A, Premier League und La Liga tickt schneller. Edimilson Fernandes? Der Young-Boys-Profi war Herbst 2024 noch Nations-League-Kraft – heute stehen Jashari und Manzambi vor ihm. Es bräuchte ein Katastrophen-Szenario, damit er wieder ins Raster fällt.

Die botschaft aus horben

Die botschaft aus horben

Yakin testet keine Systeme mehr, er testet Nerven. Drei Testspiele in 14 Tagen, danach ein letztes Feingefühl. Die A-Nationalmannschaft ist kein Selbstläufer mehr, sondern ein Prozess mit offenem Ende. Am 31. Mai gegen Jordanien wird klar, wer die finale Ladung Selbstvertrauen tankt – und wer am Flughafen in Zürich nur Abschied schickt. Die Mitte der Schweiz wird neu gemeißelt; die Meissel sind verteilt. Die Zeit läuft, die Knie zittern – und die Taktik platzt erst, wenn der letzte Pass sitzt.