Yakin rotiert ohne okafor – comeback verpasst, dienstag soll es klappen
Er sollte der Hoffnungsträger sein, blieb aber 90 Minuten lang auf der Bank: Noah Okafor feierte gegen Deutschland kein Comeback, weil Murat Yakin auf Nummer sicher ging und den Stürmer wegen leichten Muskelfaserns kurzfristig schonte.
Die Zahlen des Abends: zehn Wechsel zur Pause, 23 Feldspieler im Kader, zwei komplett ohne Einsatz. Yakin nutzte die Partie in Gelsenkirchen als großes Probelabor, stellte in der zweiten Hälfte fast das gesamte Team um und schickte eine frische Elf auf den Rasen, die so noch nie zusammen gestanden hatte. Die Folge: ab der 60. Minute wirkten die Schweizer wie ein Neubau ohne Fundament – ideenlos in der Mitte, anfällig für deutsche Konter.

Okafor spürte „ein ziehen“, blieb aber unverletzt
Was niemand auf der Tribüne mitbekam: Okafor meldete sich bereits beim Einlaufen mit einem leichten Ziehen in der hinteren Oberschenkelmuskulatur. „Ich wollte kein Risiko eingehen“, sagte Yakin nach dem 1:4, „lieber heute eine Nullnummer, damit er am Dienstag durchstarten kann.“ Der 25-Jährige selbst winkte in der Mixed Zone ab: „Keine Verletzung, nur ein Warnsignal. Dienstag ist mein Tag.“
Die Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf Yakins Kaderpolitik. Mit Blick auf die EM-Qualifikation setzt der Nati-Coach auf Tiefe statt auf Starallüren. Wer gegen den amtierenden Weltmeister Spielpraxis bekommt, kann sich für hitzige Aufgaben gegen Serbien und Irland empfehlen. Wer fehlt, rutscht hinten über. Okafor kennt die Regel: erst gesund, dann wichtig.
Für Leeds United ist die Vorgabe ein Glücksfall. Die Championship ist ein Rennen auf engstem Raum, jeder Ausfall würde den Aufstiegsplan durcheinanderbringen. Klub und Verband telefonierten am Rande des Spiels, man einigte sich auf das Schonprogramm. Am Dienstag in Basel will Yakin dann die vermeintliche Luxusproblematik lösen: Okafor auf links, Vargas rechts, Embolo in der Mitte – ein Offensiv-Trio, das in dieser Saison noch kein einziges Mal gemeinsam auflief.
Bis dahin bleibt die Frage, ob das Experiment gegen Deutschland Früchte trägt oder nur verwirrt. Die Bilanz der letzten fünf Testspiele: vier Niederlagen, ein Remis, 18 Gegentore. Die nächsten Gegner warten nicht auf Schweizer Selbstfindung, sondern auf Punkte. Wer jetzt nicht liefert, fliegt raus aus dem Kader – und Okafor weiß, dass Dienstag seine letzte Chance sein könnte, bevor der EM-Zug endgültig abfährt.
