Yakin plant blitz-experimente gegen deutschland: schweiz will den großen nachbarn ärgern

Die Schweiz tritt als Topteam an, das sich selbst noch sucht. Um 20.45 Uhr in Basel beginnt für Murat Yakin ein 90-Minuten-Labor, dessen Ergebnis direkt in die WM-Koffer nach Amerika wandert. Der Experiment-Check gegen Deutschland steht auf dem Programm – und Yakin hat schon angekündigt, dass er „zwei, drei Dinge ausprobieren“ wird.

Warum die nati den großen nachbarn besonders gern hasst

Seit 2020 endeten alle drei Duelle unentschieden, ein Trend, der für die Eidgenossen fast schon Tradition ist. Silvain Widmer formuliert es so: „Man will sich immer gegen den großen Nachbarn messen.“ Die Rede ist vom Nachbarn, der vier Sterne auf der Brust trägt, während die Schweiz auf den ersten wartet. Das macht das Duell zum kleinen Derby mit großem Ego.

Die personellen Rätsel beginnen vorne. Mit Breel Embolo ist nur ein klassischer Mittelstürmer im Kader, dafür laden Noah Okafor, Remo Freuler und Johan Manzambi zur flexiblen Offensive ein. Okafor kehrt nach seiner Auszeit zurück, weil er mit Yakin „ehrlich, klärend und konstruktiv“ telefoniert hat. Der Leeds-Angreifer will beweisen, dass er mehr ist als ein Joker mit Ego.

Zakaria rutsicht ins zentrum – xhaka darf nicht platzen

Zakaria rutsicht ins zentrum – xhaka darf nicht platzen

Denis Zakaria soll als improvisierter Abwehrhüter fungieren, eine Rolle, die er schon bei Gladbach unter Rose perfektionierte. Miro Muheim vom HSV erhält endlich eine Startelf-Chance, nachdem er in der Quali nur Kurz-Einsätze sammeln durfte. Die Balance hält Granit Xhaka, dessen Oberschenkel nach seiner Premier-League-Pause noch empfindlich ist. „Ich mache mir keine Sorgen, er kennt seinen Körper“, sagt Yakin und meint damit: Wir riskieren keinen Muskelfaserriß, aber wir riskieren auch kein Mittelfeld ohne Kompass.

Die Schweiz will sich selbst finden, bevor sie in den USA andere verliert. Das Ergebnis zählt nur am Rande, wichtig ist das Bild, das nach 90 Minuten entsteht. Yakin hat die Play-off-Angst der Italiener im Blick – seine Wunsch-Losung für den dritten Gruppengegner. „Vom Namen her wäre Italien großartig“, sagt er und lacht. Er weiß: Der große Nachbar aus Deutschland ist heute nur der erste Test, aber er ist auch der schärfste.

Um 22.35 Uhr fliegt die Nati weiter nach Oslo, wo schon der nächste Versuch folgt. Wer da mitspielt, entscheidet sich in Basel. Yakin hat 180 Minuten Zeit, seine 23 Gesichter zu finden. Danach zählt nur noch eins: der erste WM-Stern.