Havertz packt aus: warum drei esel seinen karriereturbo zündeten
Kai Havertz’ Fuß ist berühmt für filigrane First-Touch-Bälle. Dass seine Ruhe aber von einem Esel-Trio stammt, behielt der Nationalstürmer jahrelang für sich – bis jetzt.

18. Geburtstag, drei tiere, ein lebensprinzip
„Die vermitteln mir Geduld, wie sonst nichts“, sagt Havertz im DFB-Video und grinst wie ein Schulkind, das gerade einen Geheimcode gelüftet hat. Die Eltern schenkten ihm 2017 nicht etwa eine Champagner-Party, sondern Donna, Jenny und Lotti. Statt Ballermann ging’s zur Weide, statt Instagram-Story gab’s Mistgabel statt Selfie-Stange. „Bisschen wie ich“, erklärt er die Tiere: „Elegant, aber stur, wenn’s drauf ankommt.“
Für den DFB ist die Anekdote PR-Gold. Endlich ein Storywinkel, der jenseits von Transfergerüchten und Trainingsdaten Fuß fasst. Für Havertz ist sie Lebensmotor. Zwischen Chelsea-Wechsel, 70-Millionen-Druck und EM-Kracher schaltet der 26-Jährige immer noch runter, indem er Apfelscheiben aus der Hand verfüttert. „Da fragt keiner nach Ballverlusten“, sagt er und meint damit auch die Medien.
Die Esel leben auf dem Familienhof in Aachen, 45 Minuten von der bayrischen Trainingsanlage entfernt. Havertz fährt nach Heimspielen durch, selbst wenn es nur 45 Minuten Schlaf bleiben. „Das sind meine Reset-Taste, versteckt hinter Stallgeruch.“ Teamkollegen wussten lange nichts. Joshua Kimmig jedenfalls lacht nur: „Ich dachte, er züchtet Pferde. Esel sind ja noch schräger.“
Die Zahlen sprechen mit. Seit dem Stall-Ticket steigt seine Zweikampfquote Bundesliga-weit um 8 %, seine Vorlagen verdoppelten sich fast. Zufall? Vielleicht. Nur: Wer einmal gesehen hat, wie Havertz zwischen Hufschlag und Heuballen für eine Stunde offline geht, weiß, warum er in der 90. Minute noch die Lücke findet.
Nächster Stop: die Heim-EM 2026. Wenn Havertz trifft, wird Donna wohl wieder brüllen – Esel können schließlich bis zu 90 Dezibel. Für den Stürmer klingt das dann wohl wie „Tor!“ in gebrochener Stimme.
