Xhaka läuft wieder, doch yakin zügelt – wm-taktik beginnt jetzt

Granit Xhaka hat den Rasen wieder unter den Sohlen, doch die Uhr tickt lauter als sein Schritt. Nach 90 Minuten im Tyne-Wear-Derby flog er direkt zum Nati-Camp – und landet in der Load-Management-Falle.

Yakin setzt auf dosis statt dauer

Murat Yakin wird seinen Kapitän gegen Deutschland und Norwegen nicht über die volle Distanz rennen lassen. Die Rechnung ist simpel: 81 Tage bis WM-Start, ein Knöchel, der noch nachschwingt, und ein Mittelfeld, das ohne Xhaka entgleist. «Ich gebe Granit das Mikro, nicht das Mikroman­agement», sagt Yakin. Er verlässt sich auf Xhakas Körpergefühl – jene innere Uhr, die den Basler schon bei der EM durch einen Muskelriss mit 120 Minuten gegen England bugsierte.

Die Logik hinter der Maßnahme: In der letzten Quali lief Xhaka fast jede Minute, diesmal soll Dosis vor Dauer stehen. Das Trainings­lager in Basel beginnt mit einem freien Abend für alle Sonntags­spieler; Xhaka durfte schon montags aussetzen. Die Botschaft: Priorität trägt kein Trikot, sondern ein Datum – 15. Juni 2026, Eröffnungsspiel in Mexiko-City.

Sunderland gibt den rhythmus vor

Sunderland gibt den rhythmus vor

Zweimal 90 Minuten nach vierwöchiger Zwangspause – der Zweitliga-Klub hat Xhaka bereits zweimal kurz vor dem Kollaps und dann wieder hochgepumpt. Das 2:1 gegen Newcastle war mehr als Derby-Euphorik; es war ein Belastungs­test mit Publikum. Yakin nahm die Videos aufmerksam auf, sah, wie Xhaka in der 87. Minute noch diagonal sprintete, und beschloss: besser 135 statt 190 Minuten im Rotweiss innerhalb von fünf Tagen.

Die Fans feiern den Return wie ein Finale, doch im Seiltanz zwischen Fitness und Frische zählt nur die nächste Ebene. Wer schon jetzt alles gibt, riskiert im Knock-out-Spiel die letzten zehn Meter.

Für Xhaka heisst das: Kurzen Sprint statt Marathon, Puls steuern statt Herzblut verschenken. Die WM-Kette beginnt nicht mit dem ersten Pass, sondern mit der ersten Pause.