Wück zieht die reißleine: mühlhaus raus, veit und zicai zurück

Christian Wück schickt seine 23 Auswahlten nach Österreich – und schickt Larissa Mühlhaus zurück zur U-23. Die Botschaft: Er vertraut der Maschine, die zuletzt Slowenien und Norwegen demontierte, mehr als der Hoffnung auf Durchbrüche. Die Folge: nur zwei personelle Korrekturen, dafür ein Kader, der sich wie ein geölter Getriebe liest.

Die ausgestochenen und die wiedergekehrten

Sophia Kleinherne und Klara Bühl müssen weiter auf ihre Rückkehr warten. Kleinherne reist mit einer noch nicht abgeschlossenen Muskelverletzung, Bühl trabt behutsam aus ihrer Sehnenblessur heraus. Dafür rücken Jella Veit und Cora Zicai nach – Veit sogar erstmals als reguläre Nominierung, nicht mehr als Notnagel. Ein kleines, aber lautstilles Machtwort des Trainers: Wir haben Tiefe, und wir nutzen sie.

Larissa Mühlhaus hingegen bleibt diesmal draußen. Kein Akt der Strafe, sondern ein kalkulierter Schritt: Sie soll in der U-23 Spielminuten sammeln, statt in der A-Nationalmannschaft Kurzwaren zu schnuppern. „Wir behalten sie im Blick“, sagt Wück – eine Floskel, die in diesem Fall aber durch eine enge Absprache mit U-23-Trainerin Kathrin Peter legitimiert scheint.

Die stammgäste auf abruf

Die stammgäste auf abruf

Kathrin Hendrich, Sydney Lohmann, Felicitas Rauch – drei Namen, die jeden Gegner warnen, stehen weiter auf Abruf. Sie spielen ihre Saison im Ausland, kehren bei Bedarf ein wie Speerspitzen aus dem Kurierdienst. Besonders Rauch: nach Monaten der Abwesenheit ein erneuter Knall, sollte eine der Außenverteidigerinnen ins Stolpern geraten.

Die Chancen stehen gut, dass sie nicht gebraucht werden. Denn das Team, das Wück nominiert hat, ist das ensemble, das zuletzt 5:0 und 4:0 schoss – Tore wie am Fließband. Gegen Österreich geht es nun um sechs Punkte, die den Weg zur WM fast schon glattbügeln würden. Erst Nürnberg, dann Ried – zwei Spiele, die laut Kalender Pflicht sind, laut Stimmung aber Kür.

Die Nürnberger Frankenstadion-Rasen bekommt am 14. April um 18:15 Uhr den nächsten Akt einer Mannschaft zu sehen, die endlich wieder Selbstvertrauen atmet. Vier Tage später in Ried kann Österreich Revanche für die 1:3-Niederlage vom vergangenen Herbst üben – oder die deutsche Elf kann die Qualifikation vorzeitig zur Formsache erklären. Entscheidend ist, dass Wück seine Spielerinnen nicht mehr nach Namen, sondern nach Form auswählt. Mühlhaus wird das verstehen müssen. Die Zeit arbeitet für sie – aber gegen den Moment.