Machulla zerrt die löwen durchs trockene – und muss sich mit gensheimer balgen
Der siebte Platz sieht nach Mittelmaß aus, riecht aber nach Europa. Die Rhein-Neckar Löwen stemmen sich mit aller Macht gegen ein drittes Jahr ohne internationales Flair – und der Trainer baut dabei längst auf 2026/27.
Ein punkt abzug würde die löwen wieder ins geschäft bringen
Der TBV Lemgo Lippe schwitzt. Wegen eines Formfehlers in der Anti-Doping-Papierkrieg droht dem Klub nachträglich ein Punktverlust gegen genau diese Mannheimer. Dann wären es nur noch drei Zähler Vorsprung, vier Spieltage Zeit – und die Hoffnung lebt. „Wir wollen uns am Ende nichts vorwerfen lassen“, sagt Kapitän Patrick Groetzki, der seine letzten Monate als Spieler nutzt, um die jungen Löwen zu biss.
Doch die wahre Zitterpartei findet nicht auf dem Feld statt. Sie tobt hinter den Kulissen.

Kein handschlag, kein wort – nur heiße diskussionen
Maik Machulla und Uwe Gensheimer: zwei Marken, ein Verein, zwei Ego. Der Coach schwört, das Verhältnis sei „gut“, doch die gemeinsamen Auftritte sind rar, die Kommunikation verklausuliert. Als die Löwen am Samstag Wetzlar zerlegten, fehlte der Sportchef – „krank“. Kuriose Pünktlichkeit, wo doch jeder Zähler zählt. Die Löwen-Zeitung spricht von einem „belasteten Verhältnis“, und die Kabine flüstert.
Machulla setzt trotzdem auf Konstanz. Edwin Aspenbäck bekommt Minuten zugeschustert, die Lukas Sandell eigentlich kriegen sollte. Logik: Wer nächste Saison noch da ist, darf jetzt wachsen. Aspenbäck liefert, Sandell schaut. So funktioniert Zukunftsmusik.

Der letzte groetzki-dienst und der nächste held
Gleichzeitig balanciert der Trainer einen zweiten Spagat: Gino Steenaerts (20) soll reifen, Patrick Groetzki (36) soll nicht vergammeln. „Er beendet seine Karriere nicht als Bankdrücker“, verspricht Machulla – und meint damit auch, dass Vereinslegenden nicht in der zweiten Reihe verstauben dürfen. Der Rechtsaußen-Erfinder der Löwen wird im Sommer ins Management rutschen, Marius Steinhauser kommt aus Hannover, Jacob Lassen vom HSV, und plötzlich wirkt das Mittelmaß von heute wie die Testphase für morgen.
Die Rechnung ist simpel: Wenn Lemgo straffällig wird, brauchen die Löwen zwei Siege und einen Lemgo-Patzer. Kleine Chance, großer Druck. Die Saison ist längst zur Schicksalsfrage mutiert – nicht nur für Europa, sondern auch für das Machtgefüge im Klub. Wer gewinnt das Schweige-Duell: der Trainer oder die Ikone? Die Antwort liefert der Tabellenstand am 34. Spieltag.
Bis dahin bleibt nur eins: gewinnen, gewinnen, gewinnen. Und sich nicht gegenseitig auszählen lassen.
