Wück setzt auf bewährtes: wm-ticket gegen österreich zum greifen nah
Die deutschen Fußballerinnen reisen mit einem Kader ohne Überraschungen in die entscheidenden Quali-Spiele gegen Österreich. Christian Wück nominierte am Montag nur zwei Neue, setzt dafür auf die Power der alten Garde – und macht damit klar: Jetzt zählt nur noch Ergebnis.
Selina cerci und cora zicai sind zurück
Die beiden Offensivkräfte fehlten zuletzt – Cerci wegen muskulärer Probleme, Zicai wegen Infekt –, jetzt sind sie wieder dabei. Für sie rücken keine anderen raus, es ist ein reiner Zusatz, kein Schnellschuss. Die einzige, die weiter fehlt, ist Klara Bühl. Die Flügelspielerin laboriert an einer Muskel-Sehnen-Verletzung, ihre Rückkehr ist offen. Ebenfalls außen vor: Vanessa Fudalla, Torschützin von Turbine Potsdam, trotz 13 Saisontreffern.
Die Botschaft ist klar: Wer rein will, muss mehr liefern als nur Tore. Wück sucht keine Torjägerin, sondern eine Mannschaft, die spielt, was er sich vorstellt. Fudalla passt aktuell nicht ins Raster, weil das Staffeln, das frühe Verteidigen, noch nicht sitzt.

Der plan: vorzeitige vorentscheidung in nürnberg
Am 14. April empfängt die DFB-Auswahl Österreich in der Max-Morlock-Arena, vier Tage später geht’s nach Ried. Zwei Siege, und der Gruppensieg in Liga A – mit dem Ticket zur WM 2027 in Brasilien – ist so gut wie sicher. Der Start lief perfekt: 5:0 gegen Slowenien, 4:0 in Norwegen. Kein Gegentor, neun Punkte, 9:0-Tore. Die Österreicherinnen sind Tabellenzweiter, zwei Punkte dahinter, und haben den direkten Vergleich verloren. Theoretisch könnte Deutschland auch mit einem Remis vorlegen, aber Wück will keine Rechnerei: „Wir spielen auf Sieg, Punkt.“
Die Atmosphäre in Nürnberg erwartet er „fantastisch“, 25.000 Tickets sind bereits weg. Die Mannschaft reift zusammen, das sieht man an den Details: Ann-Katrin Berger steht im Tor, weil sie Fußstapfen spielt und den Strafraum kommandiert. Lea Schüller führt die interne Laufstatistik an, Sjoeke Nüsken ist mittlerweile die verlängerte Achse zwischen Abwehr und Angriff. Die jungen Wildsen – Vivien Endemann, Lisanne Gräwe – haben sich in die Struktur eingearbeitet, statt Profil zu zeigen.

Die auswahl: verletzungsbedingte lücken, aber keine ausreden
Neben Bühl fehlen Bibiane Schulze Solano und Sophia Kleinherne, beide nach Bänderrissen im Aufbau. Larissa Mühlhaus rückt in die U23 ab, bleibt aber in Reichweite. Die Erfahrenen – Kathrin Hendrich, Sydney Lohmann, Felicitas Rauch – trainieren mit, sind aber nur auf Abruf. Das 23er-Feld ist kompakt, fast alle Akteurinnen bekomlen Spielminuten bei ihren Klubs. Das ist Wücks Kalkül: Keine Dauergäste, keine Testläufe, sondern Frische für den Doppelpack.
Die Österreicherinnen werden anders auftreten als im November, als sie in Graz 0:3 verloren. Neu ist Coach Irene Fuhrmann, sie setzt auf enges Pressing und will die Deutsche Aufbauphase stören. Wück hat Videos analysiert, die Antwort lautet: schnelles Umschaltspiel über die Außen, Jule Brand und Nicole Anyomi sollen die halbräume öffnen. Ein Knackpunkt wird die Standardsituation sein, Deutschland traf in der Quali bereits dreimal nach Ecke oder Freistoß.
Kurz gesagt: Die deutsche Mannschaft steht vor dem Sprung auf die WM-Bühne. Keine Experimente, keine Ausreden – nur zwei Siege, dann ist Brasilien zum Greifen nah. Wück hat seine Rechnung aufgemacht, seine Spielerinnen kennen die Aufgabe. Nun liegt der Ball in Nürnberg – und in Ried.
