Embolo spielt in rennes die statistenrolle – in der nati ist er der held
22 Minuten. Genau so viel Spielzeit durfte Breel Embolo in den letzten sechs Partien von Stade Rennes maximal sammeln. Der Stürmer, einst für 30 Millionen Euro verpflichtet, rutschte zum Edeljoker ab. Doch wenn er das rote Trikot der Schweizer Nationalelf überstreift, verwandelt sich der 29-Jährige in einen Matchwinner.
Murat yakin lässt embolo nicht mehr vom feld
Seit dem WM-Quali-Start stand Embolo in allen sechs Spielen in der Startformation – und erzielte in den letzten sieben Länderspielen fünf Treffer. Die Zahre sprechen eine klare Sprache: In Rennes ist er Ergänzung, in der Nati unverzichtbar. «Er hat seinen Platz gefunden», sagt Yakin im Gespräch mit dem Blick. «Er spürt, dass er hier Verantwortung tragen muss.»
Diese Verantwortung übernimmt Embolo mit Hingabe. Als Granit Xhaka im März fehlte, führte er die Equipe als Captain aufs Feld. Die zweisprachige Kommunikation macht ihn zum Bindeglied zwischen deutschsprachigen und französischen Junioren wie Alvyn Sanches oder Johan Manzambi. Yakin kennt diese Führungsqualität seit Jahren – 2014 gab er dem 17-jährigen Embolo sein Profidebüt bei Basel.

Der körper ist derselbe, die rolle nicht
«Äußerlich hat sich nichts verändert, er hatte schon damals diesen Körper», erinnert sich der Nationalcoach. Doch die Zeiten, in denen Embolo nur mit Athletik glänzte, sind vorbei. Heute bestimmt er Tempo und Räume, sichert Ball und bringt Mitspieler ein. Nur eines fehlt noch: die Konstanz im Strafraum. «Ich wünsche mir, dass er sich etwas weniger fallen lässt», so Yakin. «Dann hätten wir noch mehr Präsenz vor dem Tor.»
Diese Präsenz will Embolo am Dienstag gegen Norwegen unter Beweis stellen. Die Schweiz hofft auf den nächsten Treffer ihres Angreifers – und Embolo hofft, dass die Torgefahr endlich auch nach Rennes zurückkehrt. Denn eines ist klar: Ein Stürmer lebt von Selbstvertrauen, und das tankt er derzeit vor allem in der Nationalelf.
