Woody allen kehrt paris zurück: ein kriminalroman mit herz
Paris, 1950er Jahre – oder zumindest die nostalgische Vision davon, die Woody Allen uns in seinem neuen Film „Ein Coup de Fortune“ präsentiert. Der Regisseur, der sich selbst auf die Probe stellt, wagt einen mutigen Schritt: Er dreht seinen 51. Spielfilm auf Französisch und taucht ein in die Welt der amourösen Verwicklungen und moralischen Grauzonen. Ein Film, der nicht nur cineastisch überzeugt, sondern auch Fragen nach Schicksal und menschlicher Unvorhersehbarkeit aufwirft.

Eine ehe, ein ex und ein privatdetektiv
Die Geschichte dreht sich um Fanny Fournier, brillant verkörpert von Lou de Laâge, die ein privilegiertes Leben mit ihrem wohlhabenden Ehemann Jean (Melvil Poupaud) in einer eleganten Pariser Wohnung führt. Doch diese scheinbar idyllische Existenz wird jäh unterbrochen, als sie auf Alain Aubert (Niels Schneider), einen alten Schulfreund und mittlerweile Schriftsteller, trifft. Die Funken sprühen sofort, und aus einem harmlosen Wiedersehen entwickelt sich eine heimliche Affäre. Jean, der zunehmend misstrauisch wird, beauftragt schließlich Privatdetektive, um seiner Frau auf die Spur zu kommen. Was folgt, ist ein Katz-und-Maus-Spiel voller Intrigen und unerwarteter Wendungen.
Was diesen Film so besonders macht, ist die Leichtigkeit, mit der Allen auch düstere Themen behandelt. Die Ironie und der Humor, die seinen Filmen stets eigen sind, sind auch hier allgegenwärtig, ohne die Spannung zu mindern. Der Film ist ein Spiel mit Ambivalenzen, in dem es keine einfachen Antworten gibt und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen.
Der Film sticht auch durch seinen internationalen Cast hervor. Neben Lou de Laâge glänzen Valérie Lemercier, Niels Schneider und Sara Martins in den Nebenrollen. Allen hat sich bewusst für französische Schauspieler entschieden, um dem Film eine authentische Atmosphäre zu verleihen. Ein Coup de Fortune ist somit nicht nur ein Film, sondern auch ein kulturelles Experiment.
Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2022 statt, und Allen deutete bereits damals an, dass es sich um einen seiner letzten Filme handeln könnte. Der Film wurde unter dem Arbeitstitel WASP22 (Woody Allen Summer Project 2022) entwickelt, was die Bedeutung dieses Projekts für den Regisseur unterstreicht. Allen selbst beschrieb den Film als „eine ernste Geschichte von Verbrechen und Bestrafung“ mit einem romantischen Touch – eine treffende Beschreibung, die die Essenz des Films perfekt einfängt.
Die Entscheidung, den Film auf Französisch zu drehen, war ein weiterer mutiger Schritt für Allen. Es ist das erste Mal, dass er einen Spielfilm in einer anderen Sprache als Englisch realisiert. Ein Coup de Fortune ist somit ein Film, der Grenzen überschreitet und das Publikum auf eine cineastische Reise nach Paris entführt.
