Woltemade schießt zurück: „wer mich kritisiert, hat newcastle nicht gesehen“
Der deutsche Nationalstürmer Nick Woltemade hat auf die jüngste Kritik an seinen Leistungen reagiert – und das mit deutlichen Worten. Nach schwachen Auftritten im Trikot der Nationalmannschaft und einer Phase der Torflaute bei Newcastle United wehrt sich der 24-Jährige gegen Vorwürfe einer Formkrise. Seine Antwort wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen, denen sich deutsche Fußballer im internationalen Top-Bereich stellen müssen.
Neue rolle, neue erwartungen: woltemades wandel
Woltemade, der im Sommer für eine Ablösesumme von 75 Millionen Euro von Stuttgart zu Newcastle United wechselte, spielte in seinen ersten fünf Liga-Spielen bereits viermal ins Netz. Doch seitdem blieb der Torerfolg aus. Im DFB-Team wurde er zunächst einmal eingewechselt und durfte gegen die Schweiz 27 Minuten lang ran, später stand er in der Startelf gegen Ghana. In beiden Länderspielen blieb er ohne Tor oder Vorlage. „Wenn mir jemand eine Formkrise unterstellt, würde ich einfach mal behaupten, dass derjenige nicht viele Spiele von Newcastle United sieht“, kontert Woltemade nun in der „Süddeutschen Zeitung“.
Der Grund für seine veränderte Rolle liegt darin, dass Nagelsmann ihn primär als Mittelstürmer einsetzt – eine Position, die er bei Newcastle eigentlich nicht bekleidet. Stattdessen agiert er dort meist als hängende Spitze oder im offensiven Mittelfeld. „Ich spiele auf einer ganz anderen Position als noch zu Saisonbeginn“, erklärt Woltemade. „Ich bin im Moment ein komplett anderer Nick Woltemade, als ich das zu Saisonbeginn war. Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere.“
Die Konsequenz: Weniger Tore, mehr Arbeit für das Team. „Klar, ich schieße dadurch viel weniger Tore. Aber ich bin da völlig entspannt, ich finde es gar nicht schlecht, mein Repertoire zu erweitern.“ Ein Statement, das zeigt, dass Woltemade bereit ist, sich anzupassen und seine Prioritäten neu zu setzen – auch wenn das bedeutet, dass seine individuellen Torquoten leiden.

Nagelsmann und howe: zwei perspektiven auf woltemades entwicklung
Bundestrainer Nagelsmann brachte die Diskussion um Woltemades Form auf den Punkt: „Nick hat bei uns eine super Quote, hat in Newcastle gerade keinen leichten Stand. Jetzt habe ich eben die Wahl, einem Top-Stürmer, der gut drauf ist, noch weiter Selbstbewusstsein zu geben, oder einen Top-Stürmer, der gerade nicht ganz gut drauf ist, fallen zu lassen.“ Ein klares Signal, dass Nagelsmann die Situation genau beobachtet. Newcastle-Coach Eddie Howe sieht die Sache hingegen pragmatischer: „Er gewöhnt sich langsam an die Herausforderungen der Premier League: das Tempo, die Intensität und die körperliche Härte. Und natürlich lernen ihn die anderen Mannschaften auch kennen – das ist die größte Herausforderung für ihn.“
Die Einschätzung von Howe unterstreicht, dass Woltemade sich in einer Lernphase befindet und Zeit benötigt, um sich vollständig zu akklimatisieren. Die 75 Millionen Ablöse, die Newcastle für ihn zahlte, setzen ihn natürlich unter Druck, aber es scheint, als würde er versuchen, sich der Situation zu stellen und seine Fähigkeiten in einem neuen Kontext zu entwickeln.
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob Woltemades Anpassungsstrategie aufgeht und ob er seine Kritiker eines Besseren belehren kann. Fest steht: Er ist entschlossen, sich den Herausforderungen zu stellen und seine Rolle im Team zu erfüllen – auch wenn das bedeutet, weniger Tore zu schießen. Denn letztlich zählt mehr als nur der Treffer: Die Fähigkeit, das Spiel zu beeinflussen und das Team voranzubringen.
