Wolfsburg und bayern zerren pokal-krone erneut an sich – essen schmeißt bremen raus
Die Pokal-Königinnen von morgen heißen wieder Wolfsburg und München. Im Viertelfinale des DFB-Pokal der Frauen schickten der VfL und der FC Bayern ihre Rivalen mit 1:0 bzw. 3:0 nach Hause – und ließen nebenbei die alte Frage offen: Gibt es überhaupt ein anderes Finale als VfL gegen Bayern?
Svenja huth schlägt vor, die trophäe direkt nach niedersachsen zu liefern
35 Minuten brauchte die Kapitänin, um Eintracht Frankfurt zu brechen. Ihr Linksschuss aus 14 Metern war kein Prachtschuss, aber er traf mitten in die Realität der Hessen: Frankfurt dominierte die ersten 20 Minuten, doch wer vorne nicht trifft, kassiert am Ende vom Serien-Champion. „Wir wollen natürlich ins Pokalfinale“, hatte Ralf Kellermann vor Anpfiff gesagt – für den scheidenden Manager ist der Pokal tatsächlich die letzte Chance, in dieser Saison noch Titel-Gold zu schnuppern.
Im Volksparkstadion lief es noch schneller. Edna Imade nutzte einen Schnitzer der HSV-Abwehr nach sechs Minuten, Franziska Kett erhöhte nach schönem Doppelpass und Natalia Padilla-Bidas erlöste die 12.638 Zuschauer mit dem 3:0 in der 88. Minute. München wirkt so souverän wie eh und je – 14 Punkte Vorsprung in der Liga, kein Gegentor im Pokal seit Februar. Für Trainer José Barcala war’s trotzdem „ein schwieriges Pokalspiel“, weil er auf Klara Bühl verzichten musste. Die Taktik: früh pressen, früh treffen, dann kontrollieren. Ging auf.

Essen schreibt das märchen des tages
Während die Großen mal wieder ihren Weg gehen, sorgte die SGS Essen für den einzigen Paukenschlag. Gegen den Vorjahresfinalisten Werder Bremen reichte ein Kopfball nach Ecke in der 72. Minute, um das alte Ruhrstadion zum Beben zu bringen. Essen steckt im Abstiegskampf der Bundesliga, hat aber offenbar noch Reserven für den Pokal. Trainer Niklas Kling erklärte nach Abpfiff: „Wir haben heute gespielt, als gäbe es kein Morgen.“ Für Bremen ist der Traum vom Endspiel in Köln geplatzt – und für Essen lebt er drei Wochen länger.
Der Underdog SC Sand kam indes nicht über die Runde: Nach dem Achtelfinal-Coup gegen Köln unterlag der Zweitligist beim Bundesliga-Schlusslicht Jena 1:4. Die Thüringer feiern damit das erste Halbfinale seit 2019 – und beweisen, dass Tabellenletzter im Pokal nur eine Zahl ist.
Die Auslosung bestimmt noch am späten Abend, wer auf wen trifft. Fakt ist: Wolfsburg und Bayern haben sich die letzten fünf Pokalsiege unter sich aufgeteilt. Fakt ist auch: Wer gegen sie spielt, muss an diesem Wochenende die Form seines Leben finden. Die restlichen drei Teams wissen: Entweder wir schreiben Geschichte – oder wir werden zur nächsten Fußnote im ewigen Duell der deutschen Supermächte.
