Wolfsburg stürzt ab: grafite schimpft – ex-führung am pranger!
Schock in Wolfsburg: Nach 29 Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit ist der VfL abgestürzt. Der Abstieg in Liga zwei ist besiegelt, und die Enttäuschung ist riesig. Doch während die Fans den Kopf in den Händen haben, schießt eine Wolfsburger Legende der Vergangenheit verbal an.

Grafite kritisiert die transferpolitik der ex-führung
Der brasilianische Stürmerstar Grafite, der 2009 Torschützenkönig der Bundesliga war und maßgeblich zum Meistertitel des VfL beitrug, kann seinen Unglauben kaum fassen. Von seiner Heimat aus verfolgte er die 1:2-Niederlage gegen Paderborn, die den Abstieg besiegelte. In Sport BILD lässt Grafite seiner Frustration freien Lauf und übt scharfe Kritik an der ehemaligen Vereinsführung um Geschäftsführer Peter Christiansen.
„Die Spieler, die gekommen sind, haben es nicht geschafft, sich im Verein zu entwickeln, sich an den Klub, den deutschen Fußball, die Bundesliga anzupassen“, erklärt Grafite. „Es ist sehr traurig, was mit Wolfsburg passiert ist. Aber wenn die Planung nicht gut ist, wenn die Spielerverpflichtungen nicht gut gemacht sind, rächt sich das im Fußball leider.“ Er sieht eine Diskrepanz zwischen den Erwartungen und der tatsächlichen Leistung der Neuzugänge.
Die Ursache für das Desaster liegt laut Grafite in einer fehlenden Geschlossenheit und Wettbewerbsfähigkeit der Mannschaft. „Wolfsburg hat in einigen Dingen Fehler gemacht“, so der ehemalige Nationalspieler. „Es fehlte eine geschlossene und wettbewerbsfähige Mannschaft.“ Der Fußball fordert seinen Tribut, und Wolfsburg musste dafür einen hohen Preis zahlen.
Trainer Dieter Hecking, der erst im März das Ruder übernehmen sollte, räumte ebenfalls ein, dass die Enttäuschung groß ist. „Wenn man absteigt, tut es weh“, sagte er nach dem Spiel. Seine Bilanz seit seinem Amtsantritt ist mager: Nur zwei Siege aus elf Spielen. Der VfL verpasste die Relegation knapp, obwohl er am letzten Spieltag noch einen 3:1-Sieg gegen St. Pauli feierte.
Doch Grafite glaubt nicht, dass Wolfsburg nun in der Versenkung verschwindet. Er ermutigt seinen Ex-Klub, sich zu erholen und im nächsten Jahr den Wiederaufstieg anzustreben. „Es ist das erste Mal, dass der Verein absteigt, aber es ist nicht das erste Mal, dass andere Klubs das durchgemacht haben“, betont er. „Schalke ist dieses Jahr zurückgekehrt, Hamburg war lange unten. Ich hoffe, dass Wolfsburg nicht allzu lange in der zweiten Liga bleibt und es im nächsten Jahr schon wieder in die erste Liga schafft.“
Die Geschichte des VfL Wolfsburg in der Bundesliga ist vorbei – vorerst. Doch die Lehren aus dieser Saison müssen gezogen werden, um den Weg zurück in die Eliteserie zu ebnen. Die Fans dürfen hoffen, dass die Verantwortlichen aus ihren Fehlern lernen und eine neue Ära einleiten.
