Studie enthüllt: genug obst und gemüse reichen oft nicht für optimale herzgesundheit!
Wer sich gesund ernährt und auf eine ausreichende Menge Obst und Gemüse achtet, könnte trotzdem am Ziel vorbeischießen: Eine neue Studie zeigt, dass die meisten Menschen die empfohlene Menge an herzschützenden Flavonoiden nicht erreichen, obwohl sie sich ausgewogen ernähren. Das wirft Fragen nach den aktuellen Ernährungsempfehlungen auf und könnte zu einer Neuausrichtung der Gesundheitsberatung führen.

Der flavanol-mangel: was steckt dahinter?
Flavanole sind bioaktive Pflanzenstoffe, die in Lebensmitteln wie Kakao, Äpfeln, Trauben, Tee und Beeren vorkommen. Die wissenschaftliche Forschung hat in den letzten Jahren immer wieder ihr Potenzial zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen hervorgehoben, insbesondere durch ihre positive Wirkung auf die Blutgefäße und die Durchblutung. Der jüngst veröffentlichte COSMOS-Versuch lieferte den Anstoß für diese neue Untersuchung, indem er zeigte, dass eine tägliche Aufnahme von etwa 500 Milligramm Flavonoiden mit verbesserten kardiovaskulären Ergebnissen einhergeht.
Die neue Studie, die Daten von über 30.000 Personen aus den USA und Großbritannien analysierte, nutzte Biomarker im Urin, um die tatsächliche Flavanolaufnahme objektiv zu messen. Das Ergebnis ist alarmierend: Weniger als 25 Prozent derjenigen, die die aktuellen Empfehlungen für Obst- und Gemüsekonsum einhalten, erreichen die 500-Milligramm-Marke. Die Simulationen anhand typischer US-amerikanischer Essgewohnheiten bestätigten dieses Bild.
Ein Problem der Allgemeinheit? Das bedeutet nicht, dass wir Obst und Gemüse reduzieren sollten. Vielmehr deutet es darauf hin, dass die generellen Ernährungsempfehlungen möglicherweise nicht ausreichen, um die gesundheitlichen Vorteile von Flavonolen voll auszuschöpfen. “Es ist, als würde man jemandem sagen, er soll trainieren, ohne ihm zu zeigen, wie er das effektiv macht”, kommentiert Angelika Klein, Expertin für Sport und Ernährung bei TSV Pelkum Sportwelt. “Wir müssen die individuellen Bedürfnisse besser berücksichtigen, anstatt pauschale Ratschläge zu geben.”
Die Forscher fordern daher eine Überprüfung der aktuellen Empfehlungen und die Entwicklung spezifischerer Richtlinien für die Flavanolaufnahme. Zukünftige Studien müssen zeigen, ob diese Anpassung tatsächlich zu einer verbesserten Herzgesundheit führen kann. Doch eines ist klar: Eine gesunde Ernährung ist der Grundstein, aber sie allein reicht möglicherweise nicht aus, um die volle Bandbreite an gesundheitlichen Vorteilen zu nutzen, die uns die Natur bietet. Die Zahl spricht für sich: Nur ein Viertel erreicht das Ziel, das für eine zusätzliche Schutzwirkung des Herzens nötig wäre.
