Wnba-starspieler drohen saison-aus – millionen-streit eskaliert

Der 8. Mai rückt bedrohlich näher, aber statt Tip-Off droht den besten Basketballerinnen der Welt ein eisiger Stillstand. Nach 17 Monaten Gezerre um den neuen Tarifvertrag lehnten die Spielervertreter am 10. März das letzte Angebot der Liga ab – ein Lockout bahnt sich an. Er wäre der erste in der 30-jährigen Geschichte der WNBA und könnte die mit Spannung erwartete Saison 2026 komplett durcheinanderwirbeln.

Warum die spielerinnen jetzt auf ihre 26 % beharren

Die Gewerkschaft will, dass künftig rund 26 Prozent des sogenannten Basketball Related Income (BRI) – also Ticketumsatz, TV-Gelder, Merchandising – direkt an die Athletinnen fließt. Bisher kassieren sie lediglich 9,6 Prozent der Netto-Einnahmen, weil die Liga zunächst Marketing, Reisekosten und Infrastruktur abzieht. Die 26 % würden den Salary Cap automatisch steigern und die Gehälter verdoppeln oder verdreifachen. Die NBA-Vergleichszahl von fast 50 % BRI-Quote steht dabei als moralischer Kompass im Raum.

Die Konter-Offensive der Bosses: 70 % der Netto-Einnahmen – umgerechnet nur 15 % des Bruttoumsatzes – und ein Salary Cap von 5,75 Mio. Dollar pro Team, das bis 2021 auf 8,5 Mio. klettern soll. Für die Spielerseite ist das ein Scherz, wenn gleichzeitig die Liga mit Rekord-Einschaltquoten und neuen Franchise-Gebern kokettiert. „Wir wollen keine Almosen, wir wollen faire Beteiligung“, sagte Breanna Stewart unverblümt nach der Absage des Liga-Papiers.

Was jetzt auf dem spiel steht

Was jetzt auf dem spiel steht

Mehr als 100 Profis haben aus Protest noch keinen neuen Vertrag unterschrieben, darunter Top-Free Agents wie Arike Ogunbowale und Jackie Young. Ohne CBA droht ein chaotisches Free-Agent-Feuerwerk, ein verzögerter Draft am 13. April und ein unrühmlicher Start für die Expansion Teams Toronto Tempo und Portland Fire. Die Marketing-Kampagne „Welcome Toronto“ und „Rip City Reloaded“ liegt auf Eis, Sponsoren drängeln auf Planungssicherheit.

Die Spielerinnen haben sich bereits im Dezember mit 98 % Mehrheit hinter einen Streik gestellt, ihre Cash-Reserven sind größer denn je – ein Luxus, den frühere Generationen nicht hatten. Die Liga wiederum verliert täglich Momentum: Letzte Saison knackte man erstmals die 2-Millionen-Marke bei den TV-Zuschauern, die soziale Media-Interaktion stieg um 46 %. Jeder ausfallende Spieltag kostet nicht nur Ticket-Umsatz, sondern auch Glaubwürdigkeit gegenüber den neuen TV-Partnern ESPN und NBC.

Die zeitbombe tickt lauter als je zuvor

Die zeitbombe tickt lauter als je zuvor

Die Deadline für einen Saisonstart in regulärer Form verläuft mit jedem Tag diffuser. Sollte der Lockout länger dauern, rückt ein verkürztes 50-Spiel-Format wie 1999 in den Bereich des Möglichen – ein Schicksal, das die NBA seinerzeit nur knapp überlebte. Die WNBA kann sich dies angesichts des harten Wettbewerbs mit NCAA, EuroLeague und aufkeimenden 3-on-3-Ligen kaum leisten.

Cathy Engelbert, Commissioner der Liga, beteuert, man wolle „investieren, aber verantwortungsvoll“. Die Spielerinnen kontern mit offenen Briefen und Social-Media-Videos, in denen sie ihre individuellen Nebenjobs als Nachhilfelehrerinnen, Barista oder Podcast-Host zeigen – ein Appell an die Fan-Gemeinde, dass die Stars nicht abgehoben sind, sondern einfach ihre Marktwertsache durchsetzen.

Die Fronten sind verhärtet, aber beide Seiten wissen: Je länger der Showdown dauert, desto mehr verflüchtigt sich der Hype um Caitlin Clark, Angel Reese und Co. Und ohne Stars keine Liga. Die nächste Woche wird zeigen, ob das Eis bricht – oder die Saison 2026 zur Geisterserie wird.