Wnba knackt millionen-marke: frauen-basketballerinnen holen sich das, was ihnen längst zusteht

Die WNBA schreibt ab dem 8. Mai Geschichte. Dann nämlich beginnt die Saison, in der erstmals ein Millionen-Gehalt auf dem Konten der besten Basketballerinnen der Welt landet. Die Liga und die Spielerinnengewerkschaft WNBPA haben den siebenjährigen Tarifvertrag unterzeichnet, der die Gehaltsobergrenze von 1,5 Millionen US-Dollar auf sieben Millionen hochschraubt – in diesem Sommer, nicht irgendwann.

Die Top-Stars können sofort 1,4 Millionen Dollar verdienen. Das ist dreimal mehr, als Breanna Stewart oder Napheesa Collier je in einer Saison gesehen haben. Der Deal enthält ein Umsatzbeteiligungsmodell, das keine Obergrenze kennt: Steigt der Umsatz der Liga oder der Teams, steigt automatisch auch das Gehalt. Cathy Engelbert, die Commissioner, spricht von einem „Meilenstein für den gesamten professionellen Frauensport“. Das klingt nach PR, ist aber die nüchterne Wahrheit: Keine Frauen-Liga auf der Welt hat jemals so viel Geld in die Hände ihrer Spielerinnen fließen lassen.

Streitjahre enden mit kasse statt kuschelkurs

Die Verhandlungen waren monatelang ein Schauplatz aus Vorwürfen, Betriebsratssprech und gezielten Leaks. Collier hatte Engelbert „Fahrlässigkeit“ vorgeworfen, weil sie die Einnahmen-Seite jahrelang kleingeredet hatte. Nun stehen die Zahlen offen: Die Liga wächst seit fünf Jahren zweistellig, die TV-Rechte wurden 2024 für 2,2 Milliarden Dollar verkauft. Die Spielerinnen wollten ihren Anteil – und haben ihn bekommen. In der Lobby eines Hotels in Midtown Manhattan klatschten sie, als die mündliche Einigung fiel. Stewart sagte: „Jede bekommt jetzt das, was sie verdient – und noch mehr.“

Die Revolution hat einen Preis für die Franchise-Inhaber: Sie müssen künftig 36 Prozent ihrer Einnahmen für Gehälter ausgeben, statt bisher 18. Kleine Märkte wie Indiana oder Atlanta könnten schwächeln. Doch die Liga rechnet sich: Wenn Caitlin Clark in Iowa 15.000 Fans in die Arena lockt, wird auch ein Team in Connecticut die Kasse füllen. Die neue CBA lässt den Teams Spielraum, Sponsoren-Gelder direkt an die Stars weiterzuleiten – ein Modell, das die NBA seit Jahren erfolgreich fährt.

Deutsche profis profitieren vom domino-effekt

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Für Nyara Sabally und Leonie Fiebich, die 2024 mit den New York Liberty den Titel holten, bedeutet der Vertrag mehr als nur ein dicker Scheck. Sabally verdiente bisher 75.000 Dollar Rookie-Gehalt, Fiebich als Ersatzspielerin noch weniger. Beide können jetzt Qualitätsstufen springen, die ihre Karrieren beschleunigen. Die deutsche Nationalspielerin Satuuré hat es vorgemacht: Sie unterschrieb 2025 einen Exhibit-10-Vertrag und landete mit 23 Jahren bei den Chicago Sky auf einem garantierten Zweitjahres-Vertrag über 435.000 Dollar. Die neue Regelung hebt die Untergrenze für alle – auch für Spielerinnen, die nie All-Star werden.

Die WNBA hat 30 Jahre gebraucht, um den Sprung von der Nische in den Mainstream zu wagen. Nun zahlt sich das Jahrzehnte-lange Grass-roots-Engagement aus. Die ersten Millionen-Verträge sind kein Symbol, sondern ein Signal: Wer Frauensport ernst nimmt, bekommt ernstes Geld. Und wer jetzt noch argumentiert, Frauen würden keine Zuschauer ziehen, schaut einfach nicht hin. Die Kasse klingelt – und sie klingelt laut.