Wm-traum schmilzt: josi und hischier rutschen mit ihren klubs ab
Die NHL jagt der Schweizer Hockey-Nationalmannschaft davon. Mit nur drei von elf Eidgenossen auf Playoff-Kurs droht Patrick Fischer zum Abschied auf dem heimenen Eis im Mai auf Top-Talente zu verzichten.

Die zahlen schreien: 8 von 11 sitzen außen vor
Roman Josi muss in Nashville um den Anschluss kämpfen, Nico Hischier surft mit New Jersey immer noch auf Tauchstation – neun Punkte fehlen auf die Wildcard. Die Devise lautet: Siegen oder Bundestrainer Marco Sturm verliert seine Stammkräfte.
Janis Moser ist derzeit das einzige Zugpferd, das sicher in die Postseason dürf. Die Tampa Bay Lightning führen die Atlantic Division an, Moser darf sich auf Frühling einstellen. Dahinter wird es düster: Bei den Devils hängen Hischier, Timo Meier und Jonas Siegenthaler am seidenen Faden, trotz drei Erfolgen in Serie.
Im Westen sieht es kaum besser aus. Akira Schmid steht mit Vegas auf Platz zwei der Pacific Division, doch die Verfolger schnüffeln dicht. Lian Bichsel kehrt nach Verletzung zurück, doch für die WM ist der 20-Jährige ohnehin gesperrt. Die Dallas Stars haben sich ein Polster erarbeitet – für den Schweizer Nachwuchsstürmer bleibt es ein Trostpflaster.
Die Verfolgergruppe liest sich wie ein Abschiedsbrief: Philipp Kurashev (San Jose), Kevin Fiala (Los Angeles), Roman Josi (Nashville), Nino Niederreiter (Winnipeg) und Pius Suter (St. Louis) liegen zwischen zwei und zehn Punkte hinter den letzten Ticketplätzen. Fiala und Niederreiter fehlen verletzt, Kurashev konnte zuletzt nur einen Assist gegen Suter verbuchen – ein Duell auf verlorenem Posten.
Vertragsfrust kommt hinzu: Nur Kurashev und Schmid laufen nach dieser Saison aus. Für Josi, Hischier & Co. besteht kein Handlungsdruck, könnten aber aus Freundschaft oder Nationalstolz trotzdem kommen. Der Preis: kurze Erholung, langer Flug, Risiko vor heimischem Publikum zu scheitern.
Die Uhr tickt. Noch 19, vielleicht 20 Partien bis 15. April – dann fällt der Vorhang. Wer nicht spätestens Mitte März auf Kurs liegt, fliegt unter die berühmte rote Linie. Für die Schweizer Fans heißt es: Daumen drücken, Karten kaufen – und hoffen, dass das letzte Viertel der Regular Season noch ein Umdenken bringt. Sonst bleibt vom NHL-Block nur Moser übrig.
