Wm-traum auf messers schneide: italien droht das historische debakel

Noch drei Monate, dann rollt in Mexiko der Ball für die Weltmeisterschaft – doch für Italien steht schon vor dem Turnier die Schmach drohend. Die Squadra Azzurra muss in die Play-offs, und die Straße nach Katar führt über Belfast, Cardiff oder gar Sarajewo. Wer hätte gedacht, dass der vierfache Weltmeister nach dem Fiasko 2018 und dem verpassten Ticket 2022 erneut zittern muss?

Die play-off-falle: europa jagt sechs tickets

Zwölf europäische Nationen buhlen um drei Startplätze, weitere sechs Teams aus Afrika, Asien und Ozeanien kämpfen um die restlichen drei Tickets. Die Auslosung hat es in sich: Italien trifft im Halbfinale auf Nordirland, im Endspiel winkt Wales oder Bosnien. Kein Gegner, vor dem die Italiener sich fürchten müssten – und doch lastet der Druck der Geschichte auf ihren Schultern. Die Erinnerung an das 0:1 gegen Nordmazedonien vor zwei Jahren ist noch frisch. Ein einziges Tor könnte erneut die Träume zerschlagen.

Die Zahlen sind hart: Seit 1958 verpasste Italien nur zweimal eine WM – beide Male in den letzten beiden Qualifikationsrunden. Der Zusammenbruch von 2017 war ein Erdbeben, das 2022 ein Nachbeben. Nun droht das dritte Debakel, das das Land tief in eine Identitätskrise stürzen würde. Roberto Mancini ist nicht mehr verantwortlich, Luciano Spalletti hat das Zepter übernommen, doch die Frage bleibt: Hat er genug Pulver, um die Kurve zu kriegen?

Jenseits von europa: außenseiter winkt das wunder

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Während die europäischen Schwergewichte gegeneinander boxen, bahnen sich in der interkontinentalen Runde ganz andere Dramen an. In Nouméa empfängt Neukaledonien Jamaika – ein Inselduell, das die Uhr um drei Uhr morgens deutscher Zeit stoppt. Der Gewinner trifft auf die DR Kongo, ein Team, das in den letzten Jahren seine Unberechenbarkeit unter Beweis stellte. Auf der anderen Seite des Globus duellieren sich Bolivien und Suriname, während Irak bereitsteht, um den Sieger zu zerfetzen.

Die Termine sind klar: Halbfinale am 26. März, Finale fünf Tage später. Für einige Spieler wird es die letzte Chance sein, sich auf der weltgrößten Bühne zu inszenieren. Für andere beginnt danach die lange Heimreise in die Anonymität. Die Uhr tickt – und mit jedem Tag wird die Hitze spürbarer.

Die Play-offs sind kein Pokalspiel am Samstagnachmittag. Sie sind ein K.o.-System, in dem eine Unachtsamkeit reicht, um vier Jahre Vorbereitung zunichte zu machen. Die Fans in Rom, Turin und Neapel wissen es: Am 31. März könnte ihre Welt wieder zusammenbrechen – oder sie erleben die Erlösung. Bis dahin bleibt nur eins: zittern, beten und daran glauben, dass der Fußballgott diesmal nicht mit Nordirland spricht.