Wm-ticket-roulette läuft: italien und türkei zittern, 42 nationen warten

Die letzten sechs Plätze für die WM 2026 sind kein Trostpflaster, sondern ein Pulverfass. 22 Teams spielen noch ihr Leben, darunter Italien, die Türkei, Schweden und Polen. Am 26. März beginnt in Europa das Elfmeterschießen ohne Elfmeter: Wer verliert, fliegt – und wird im Sommer nur Zuschauer.

Italien gegen nordirland: die angst vor dem déjà-vu

Die Azzurri haben die vergangene WM verpasst, weil Nordmazedonien in Palermo zuschlug. Jetzt droht dasselbe Szenario, nur mit grünem Gegner. Luciano Spalletti kann sich keine Experimente leisten, sein Kader ist jung, aber nicht unverwundbar. Die Qualifikation über die Playoffs ist für Italien längst keine Formsache mehr, sondern ein Stresstest für die eigene Fußball-Kultur.

Die Türkei trifft auf Rumänien, ein Gegner, der in den letzten zwölf Monaten nur einmal verloren hat. Stefan Kuntz muss seine Offensive um Kerem Aktürkoglu und Baris Alper Yilmaz neu justieren, ohne die verletzte Leitplanke Hakan Calhanoglu. Die türkische Fanmaschine ist bereits in Bewegung – sie weiß, dass ein früher Ausflug nach Mexiko droht.

Die internationale relegation: bolivien gegen surinam um ein ticket nach frankreich

Die internationale relegation: bolivien gegen surinam um ein ticket nach frankreich

Während Europa noch um vier Plätze ringt, kämpfen in Mexiko zwei weitere Tickets um ihre Existenz. Bolivien trifft auf Surinam, Neukaledonien auf Jamaika. Für die Sieger winken Gruppen mit Portugal und Frankreich – ein Grund, schon im Halbfinale alles zu riskieren. Die FIFA hat das Turnier bewusst auf neutralem Boden verlegt, um politische Einsprüche zu vermeiden. Die Logik: Wer gewinnt, darf sich mit den Großen messen. Wer verliert, verschwindet in der Bedeutungslosigkeit.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 42 Nationen haben bereits gebucht, 22 warten noch. Die Quote der Ungewissheit liegt bei 34 Prozent – ein Wert, der selbst in der Chaos-Saison 2010 nicht erreicht wurde. Die WM 2026 wird mit 48 Teams ausgetragen, doch die letzten sechs Plätze sind nicht nur Sport, sondern Wirtschaft. Jedes weitere Spiel bedeutet Fernsehgeld, Sponsoring, Tourismus. Die Verbände wissen: Wer jetzt scheitert, verliert mehr als nur Prestige.

31. März: der tag der entscheidung

31. März: der tag der entscheidung

Am 31. März um 20.45 Uhr sind alle Augen auf Cardiff, Wroclaw, Istanbul und Dublin gerichtet. Die Finalspiele werden parallel ausgetragen, die FIFA hat bereits extra Zeitfenster freigeschaltet, um maximale Einschaltquoten zu garantieren. Die Gewinner ziehen in Gruppen mit Kanada, USA, Mexiko und den Niederlanden ein. Die Verlierer? Sie bekommen kein Trostturnier, nur einen leeren Sommer.

Christian Schneider, TSV Pelkum Sportwelt