Wm-streit in mexiko: liga vs. nationalteam – droht der absturz?
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika steht vor der Tür, doch in Mexiko brodelt es bereits einen Monat vor dem ersten Anstoß. Ein ungewöhnlicher Konflikt zwischen den Top-Klubs der Liga MX und dem mexikanischen Fußballverband (FMF) droht, den Ruf des Landes zu beschädigen und die Vorbereitung des Nationalteams zu gefährden.

Klubs wehren sich gegen unflexible anordnungen
Der FMF hatte überraschend und ohne ausreichende Absprache mit den Vereinen die Nationalspieler zu einem Trainingslager abberufen, das mitten in der entscheidenden Phase der Liga MX stattfindet. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Vereinspräsidenten wetterten öffentlich gegen den Verband und betonten, dass Vereinbarungen nur dann Gültigkeit besitzen, wenn alle Parteien diese einhalten. So ließ der Präsident von Deportivo Guadalajara seine Spieler wissen, sich in den Vereinsanlagen zu melden, anstatt am Nationalteam-Trainingslager teilzunehmen. Fünf Spieler des Klubs sind von der Anordnung betroffen.
Die Situation ist besonders brisant, da viele der nominierten Spieler – schätzungsweise zwölf – einen garantierten Platz im WM-Kader haben. Das bedeutet, dass Klubs wie Deportivo Toluca wichtige Spiele in den Liga-Playoffs und dem CONCACAF Champions Cup verpassen, um ihren Spielern überhaupt die Chance zu geben, für die WM in Betracht gezogen zu werden. Die Zahl 14 weitere Spieler aus Europa und anderen Ligen, die den Kader ergänzen sollen, relativiert die Dringlichkeit der Situation für die heimischen Klubs nur bedingt.
Der Verband reagierte mit einer harten Drohung: „Jeder Spieler, der heute nicht zur Zusammenkunft erscheint, wird von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen.“ Diese Ansage, die am Mittwochmorgen (Ortszeit) erfolgte, dürfte die Gemüter weiter erhitzen und die Kluft zwischen Verband und Klubs vertiefen. Experten weisen darauf hin, dass solche öffentlichen Machtdemonstrationen selten zu einer konstruktiven Lösung führen. Es sei ein Zeichen mangelnder Diplomatie und ein schlechter Zeitpunkt, um die Glaubwürdigkeit des mexikanischen Fußballs zu beschädigen.
Das Nationalteam von Mexiko bestreitet in den kommenden Wochen noch Testspiele gegen Ghana, Australien und Serbien, bevor am 11. Juni das Eröffnungsspiel gegen Südafrika in Mexiko-Stadt ansteht. Ob der Konflikt mit den Klubs bis dahin beigelegt werden kann, bleibt abzuwarten. Die Augen sind auf die Verantwortlichen gerichtet, denn ein Streit über Spielerabstellungen kurz vor einem so prestigeträchtigen Turnier ist ein Schlag ins Gesicht für die Fans und ein schlechtes Signal für die Zukunft des mexikanischen Fußballs.
