Wm-roulette läuft: italien, türkei und co. zittern um den letzten plätzen
Sechs Tickets, vier Kontinente, ein einziger Fehler – und die Traumreise endet im März. Die Play-offs um die letzten WM-Startplätze 2026 versprechen Drama pur, denn bereits jetzt steht fest: Die Sieger landen direkt in den Maulwürfen der Gastgeber.
Italiens horrorgruppe wartet schon
Gennaro Gattuso sparte nicht mit Superlativen. „Das wichtigste Spiel seit meiner Trainerlaufbahn“, sagte er vor dem Duell mit Nordirland – und meinte damit nur das Halbfinale. Denn wer anschließend in Wales oder Bosnien-Herzegowina scheitert, darf im Sommer zuschauen, wie sich Kanada, die Schweiz und Katar in Toronto die Klinke in die Hand geben. Der Auftakt für den Play-off-Sieger fällt auf den 12. Juni, 21 Uhr, direkt gegen die Kanadier. Die Squadra Azzurra also entweder gleich wieder Zugluft oder endlich Befreiung nach zwei verpassten Turnieren.
Doch es bleibt kompliziert: In der Gruppe B droht Italien ein Kleinstaat-Trio, das kein Ballaststoff ist. Die Schweizer Nati um Granit Xhaka spielt sich seit Monaden in Bestform, Katar bringt als Asienmeister den nötigen Perfektionismus mit – und Kanada hat Alphonso Davies. Ein Sprint, ein Fehler, ein frühes Aus. Die italienische Sehnsucht nach dem Titel könnte schon nach 180 Minuten enden.

Türkei und usa teilen sich das schicksal
Die Türkei muss zwei Mal gewinnen, um überhaupt an die Westküste zu fliegen. Erst wartet Rumänien, danach entweder die Slowakei oder Kosovo. Das Finale findet auswärts statt – ein Handicap, das auch die US-Boys spüren. Gregg Berhalter kennt seine ersten Gegner: Paraguay und Australien. Der dritte Name steht noch nicht fest, aber die FIFA hat bereits Platz drei in Gruppe D reserviert. Sollte die Türkei durchmarschieren, trifft sie am 13. Juni in Seattle auf die Stars and Stripes. Ein Schlagabtausch zwischen zwei Nationen, die sich sonst nur über Twitter duellieren.

Frankreich und portugal schielen nach afrika und ozeanien
Während Europa zittert, schauen die Großen längst über den Atlantik. Frankreich wartet in Gruppe I auf den Sieger des interkontinentalen Pfades zwischen Bolivien, Surinam und Irak – ein Trio, das Didier Deschamps lieber im Schaukasten sähe. Kein Wunder: Senegal und Norwegen sind bereits eingeplant, ein viertes Schwergewicht würde die Gruppe zur Todeszone machen.
Portugal hat es kaum besser. Cristiano Ronaldo könnte seine letzte WM mit einem Duell gegen Neukaledonien oder den Kongo beginnen – am 17. Juni, drei Tage vor seinem 41. Geburtstag. Die Quoten sind klar, die Gefahr auch: Wer hier stolpert, fliegt früher heim als ein E-Mail-Newsletter.

48 Teams, 48 geschichten – die letzte entscheidet sich um 4 uhr
Am Ende bleibt ein einziges Ticket übrig. Um 4 Uhr deutscher Zeit, in der Nacht auf den 25. Juni, fällt die Entscheidung zwischen dem Irak und dem Sieger aus Bolivien oder Surinam. Dann ist das Feld komplett, das Turnier kann beginnen – und mit ihm die nächste Runde Selbstversicherung. Denn wer jetzt noch glaubt, Fußball sei nur ein Spiel, der hat die Play-offs nicht verstanden. Hier zählt kein Ranking, kein Vermögen, keine Geschichte. Nur 90 Minuten, ein Ball und die Frage: Wie viel Leid hält ein Land aus? Die Antwort liefern Donnerstag und Dienstag – danach ist Schluss mit Kalkül.
