Wm-kader 2026: yakin sucht die letzten acht männer – britschgi jagt das triple-sensation
Murat Yakin wird nur 26 Namen auf die Liste schreiben, doch hinter Akanji, Elvedi und Rodriguez brodelt es. Drei Abwehrplätze sind offen, acht Kandidaten kämpfen, und ein 19-Jähriger aus Parma, der noch nie ein A-Länderspiel gesehen hat, hat die besten Karten. Sascha Britschgi liefert in der Serie A fast 2 000 Minuten ab – mehr als Widmer, mehr als Athekame, mehr als alle Schweizer rechten Verteidiger zusammen. Die Frage ist nicht mehr, ob er dabei ist, sondern: Wann ruft Yakin an?
Die feststehenden: routine als versicherungspolice
Manuel Akanji wird seine fünfte Endrunde bestreiten, ohne je eine Minute zu verpassen. Nico Elvedi schraubt sich auf sechs Turniere – ein Schweizer Rekord, der kaum jemals überboten wird. Ricardo Rodriguez war bei 26 EM- und WM-Spielen 25-mal von Anfang an auf dem Platz; nur einmal, 2021 gegen Frankreich, schaffte es Deschamps, ihn rauszunehmen. Diese drei sind kein Diskussionsthema, sie sind das Gerüst, an dem der Rest sich aufrichtet.
Silvan Widmer hat die letzten Monze Mainz wieder in die Spur geprügelt, seine 87 Bundesliga-Einsätze in Folge sind ein stiller Vertrag auf Ewigkeit. Doch genau hier setzt Britschgi an: Während Widmer in der Rückrunde 1 180 Minuten spielte, kommt der Luzerner auf 1 994 – bei einem Abstiegskandidaten, der jeden Punkt verteidigt, als ginge es ums Überleben. Die Zahlen sprechen für sich, und Yakin liest Statistiken im Schlaf.

Die zweifelnden: verletzungspech versus formkurve
Luca Jaquez brach sich die Nase, zog sich den Oberschenkel, kehrte zurück und spielt seit Februar durch. Aurele Amenda wuchs in Frankfurt zur kopfballstarken 1,93-m-Wand heran. Beide sind 22, beide haben Zeit, aber keine Geduld. Wer hier zögert, verliert den Anschluss an den Flieger nach Amerika.
Eray Cömert spielt seit Januar jeden Tag bei Valencia, Cedric Zesiger profitiert vom Ausfall von Matsima in Augsburg. Becir Omeragic kehrte aus Frankreich zurück und sofort in die Basler Startelf. Drei Männer, ein Platz. Die Entscheidung fällt zwischen April und Mai – in 270 Minuten Testspielzeit gegen Deutschland, Norwegen und Jordanien.

Die außenseiter: mailand gegen hamburg gegen bremen
Zachary Athekame trägt das Rossonero, aber nur 496 Minuten. Isaac Schmidt liefert Werder 544 Minuten, kann links und rechts, doch Britschgis Wert von 1 994 Minuten wirkt wie ein Scherenschnitt durch alle Argumente. Ulisses Garcia ist in Sassuolo Stammspieler, Miro Muheim führt den HSV als Captain – und trotzdem bleibt das Gefühl: Jemand wird übrigbleiben, der eigentlich schon im Flieger sitzt.
Leonidas Stergiou zog sich einen Muskelfaserriss, Jordan Lotomba einen Unterschenkelbruch. Beide sind wieder fit, aber die Uhr tickt mit 120 Schlägen pro Minute. Wer länger als vier Wochen aussetzt, fliegt nicht mit. Das ist keine Drohung, das ist Mathematik.

Die rechnung: acht plätze, zwei testspiele, ein ultimatum
Yakin wird acht Verteidiger nominieren, weil Zakaria im Notfall auch hinten stehen kann. Die Testspiele am 27. und 31. März sind keine Freundschaftsspiele, sie sind ein Casting mit 270 Minuten Laufzeit. Wer hier nicht überzeugt, schaut im Juni von der Couch. Britschgi hat nichts zu verlieren – und genau das macht ihn gefährlich.
Die Schweiz fliegt mit 26 Spielern in die USA, aber nur mit einem rechten Verteidiger, der in Europas stärkster Liga gelernt hat, wie man Punkte rettet. Wenn Yakin anruft, wird Britschgi nicht erst nach der Nummer fragen. Er wird einfach auflegen und packen.
