Wm-finale: pop-stars setzen fußball in den schatten?
New Jersey bebt – und nicht nur wegen des Finales der Fußball-Weltmeisterschaft! Die FIFA krempelt das Format des Endspiels völlig um und setzt erstmals auf eine spektakuläre Halbzeitshow mit globalen Superstars. Madonna, Shakira und die K-Pop-Sensation BTS sollen die Fans in der Pause begeistern, doch die Ankündigung sorgt für gemischte Gefühle in der Fußballwelt.

Ein super bowl im fußballstadion?
Die Idee, die vor allem aus dem amerikanischen Super Bowl bekannt ist, soll das Finale zu einem noch größeren globalen Ereignis machen. Fifa-Präsident Gianni Infantino kündigte bereits eine „fantastische“ Show an. Doch während einige Fans sich auf die musikalische Untermalung freuen, befürchten andere eine zu starke Kommerzialisierung des Sports. Die Entscheidung der Fifa, Chris Martin, Frontmann von Coldplay, mit der Zusammenstellung des Line-ups zu betrauen, zeugt von dem Anspruch, internationale Topstars anzuziehen – und das ist ihr in dieser Besetzung zweifellos gelungen.
Madonna, die mit sieben Grammy-Auszeichnungen zu den größten Popstars aller Zeiten zählt und im Juli ihr neues Album „Confessions II“ veröffentlicht, steht für Pop-Geschichte. Shakira, die bereits 2010 bei der WM in Südafrika auftrat und kürzlich den offiziellen WM-Song „Dai Dai“ mit Burna Boy präsentierte, bringt lateinamerikanische Energie mit. Und BTS, die siebenköpfige K-Pop-Band, die 2020 als erste ihrer Art eine Grammy-Nominierung erlangte, wird die Arena mit ihrer weltweiten Fangemeinde in Ekstase versetzen.
Aber es geht ummehr als nur Unterhaltung. Die Show soll Spenden für den Fifa Global Citizen Education Fund sammeln, mit dem der Zugang zu Bildung und Fußball für Kinder weltweit verbessert werden soll. Ein virales Video mit Chris Martin, Elmo, Miss Piggy und Kermit dem Frosch unterstrich dabei die Botschaft: „Diese Show geht mehr um ‚wir‘ als um ‚ich‘.“
Schon bei den Eröffnungsspielen wurde musikalisch aufgedreht: Katy Perry sorgte für Stimmung in den USA. Blickt man zurück, so zeigt sich, dass Musik und WM schon immer eine Verbindung hatten – wenn auch bisher ohne die Dimension einer solchen Halbzeitshow. Diana Ross und Whitney Houston sorgten bereits 1994 in den USA für musikalische Glanzlichter. Die Fifa hebt das Spektakel nun auf ein neues, ungekanntes Level.
Die Frage, die jetzt im Raum steht: Wird die starre Trennung zwischen Sport und Entertainment endgültig aufgehoben? Oder wird die Halbzeitshow den Fußballbetrieb unnötig stören? Die Antwort liefert das Finale selbst. Aber eines ist gewiss: Der 19. Juli im MetLife Stadium wird in die Annalen der WM-Geschichte eingehen – und zwar aus mehr als nur sportlichen Gründen.
