Wm-einsatz: usa geben iranischen fußballern einreise

Nach zähen Verhandlungen und internationalem Druck hat die US-Regierung überraschend grünes Licht für die Einreise des iranischen Fußballnationalteams gegeben. Die Spieler dürfen ab sofort bis zu zwei Tage vor ihrem nächsten WM-Spiel in Seattle in die Vereinigten Staaten reisen – ein Zugeständnis, das die hitzige Debatte um die Behandlung des Teams durch Washington beendet, zumindest vorübergehend.

Fifa übt druck auf washington aus

Fifa übt druck auf washington aus

Die Entscheidung folgt auf massiveKritik vonseiten der FIFA, die Iran signalisiert hatte, dass sie bei weiteren Verzögerungen und Einschränkungen für das Team des Trainers Amir Ghalenoei Konsequenzen ziehen würde. Die Iraner hatten ihren Trainingslager von Tucson, Arizona, nach Mexiko verlegen müssen, nachdem die angespannte politische Lage zwischen den USA und dem Iran sowie die Konflikte mit Israel die Bedingungen vor Ort unhaltbar gemacht hatten. Die Visaprobleme und die Ablehnung von Anträgen für einige Spieler und Offizielle hatten bereits zum zweiten Spiel in Los Angeles gegen Belgien für erhebliche Unruhe geführt.

Die iranische Regierung reagierte prompt mit einer scharfen Verurteilung der US-Politik. Der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen in Genf warf Washington vor, “alle Verpflichtungen gegenüber den verschiedenen Teams instrumentalisiert zu haben, um Druck auf unser Team auszuüben”. Er wies darauf hin, dass die Ausstellung von Visa ungewöhnlich lange gedauert habe und einige Anträge gar abgelehnt worden seien. Ein Schlag ins Gesicht für den iranischen Fußball, der sich in dieser WM bereits mit enormen logistischen und psychologischen Herausforderungen auseinandersetzen muss.

Die FIFA hatte sich in den vergangenen Tagen vehement für eine Lösung eingesetzt. Die Verzögerungen und Einschränkungen bei der Einreise des iranischen Teams gefährdeten nicht nur den Wettbewerb, sondern warfen auch Fragen nach der politischen Neutralität des Sports auf. Die US-Regierung, die unter dem Druck internationaler Sportverbände und der Weltöffentlichkeit stand, musste nun einlenken. Ob diese Geste von Aufrichtigkeit zeugt oder lediglich einem Image-Schaden vorbeugen soll, bleibt abzuwarten.

Es bleibt zu sehen, ob die kurzfristige Einreisegenehmigung die angespannte Atmosphäre zwischen den beiden Ländern und den iranischen Fußball tatsächlich verbessern kann. Die Fakten sprechen eine deutliche Sprache: Die WM in den USA wird zur Bühne politischer Spannungen, und die Spieler müssen unter diesen schwierigen Bedingungen ihr Bestes geben. Ein Sportfest im Schatten des politischen Konflikts – ein trauriger Zustand.