Wm in den usa: hotelbuchungen krachen ein – fifa gerät in die kritik

Nur noch knapp einen Monat bis zum Anpfiff der Fußball-WM in Nordamerika und die Stimmung in der US-Hotellerie ist alles andere als euphorisch: Die Buchungszahlen liegen weit unter den Erwartungen, und ein Branchenverband schießt scharf gegen die FIFA. Ein Szenario, das vor allem die Gastgeberstädte vor große Probleme stellt.

Visahürden und geopolitische ängste bremsen die reisewelle

Visahürden und geopolitische ängste bremsen die reisewelle

Laut einem Bericht der American Hotel and Lodging Association (AHLA) haben 80 Prozent der Hotels in den elf WM-Städten, von New York bis Los Angeles, Buchungen verzeichnet, die deutlich hinter den ursprünglichen Prognosen zurückbleiben. Die Ursachen sind vielfältig: Neben einer Verschärfung der Visabestimmungen durch die US-Regierung unter Präsident Trump, die in der Vergangenheit zu Problemen und sogar Todesfällen im Zusammenhang mit Einwanderungskontrollen geführt hat, spielen auch allgemeine geopolitische Bedenken eine Rolle. „Die Reisenden zögern“, so AHLA-Präsidentin Rosanna Maietta, „und eine reibungslose Reiseerfahrung ist jetzt entscheidend, um das Potenzial der WM voll auszuschöpfen.“

Besonders düster sieht es in Kansas City aus, wo die Buchungszahlen sogar unter dem üblichen Niveau für Juni und Juli liegen. In Städten wie Boston, Philadelphia, San Francisco und Seattle wird das Turnier von vielen Gästen als „Nicht-Ereignis“ abgetan. Ein bitterer Kommentar, der die Diskrepanz zwischen den hohen Erwartungen vorab und der aktuellen Realität verdeutlicht.

Ein künstliches Signal: Hoteliers klagen zudem über umfangreiche Zimmerbuchungen durch die FIFA, die nun größtenteils storniert wurden. „Das hat ein künstliches, frühes Nachfragesignal erzeugt“, so ein Betreiber aus San Francisco. Die FIFA wies die Kritik zurück und betonte, dass alle Zimmerfreigaben innerhalb der vertraglich vereinbarten Fristen erfolgt seien – und in vielen Fällen sogar früher, um den Hotels entgegenzukommen. Eine Aussage, die kaum die Stimmung in der Branche aufhellt.

Die genannten Visabeschränkungen sind dabei kein Zufall. Trumps Politik hat das Image der USA als offenes Reiseland beschädigt, was sich nun direkt auf die WM-Vorbereitungen auswirkt. Hinzu kommen die hohen Ticketpreise und die teuren Transportkosten, die von Fangruppen kritisiert werden. Die FIFA und die US-Regierung stehen nun vor der Herausforderung, das Ruder herumzureißen und das Vertrauen internationaler Reisender zurückzugewinnen. Denn die WM in Nordamerika steht kurz vor dem Start, und die Hotelbranche bangt um ihre Einnahmen. Die Zahl der stornierten FIFA-Buchungen, die bisher nicht öffentlich gemacht wurde, könnte das Ausmaß des Problems noch deutlicher machen.