Wm 2026: rekord-turnier mit 48 teams – italien schaut wieder nur zu
48 Teams, drei Gastgeber, ein Albtraum namens Azzurri: Die Startliste für die WM 2026 steht, und sie schlägt Wellen bis Rom. Denn während der Irak sich nach 40 Jahren wieder einschaltet, müssen Italiens Superstars zum dritten Mal in Folge vom Sofa aus zuschauen.
Die letzten tickets sind verteilt
In der Nacht auf Mittwoch fiel die Entscheidung. Der Irak besiegte Bolivien, Schweden schlug Grenada, Tschechien ließ Kasachstan keine Chance. Bosnien feierte sich selbst mit Barbarez als Stimmungsmacher – und krashte prompt die Pressekonferenz. Die Türkei buchte ihren Flug, noch bevor der Schlusspfiff ertönte. Fertig ist das bisher größte WM-Feld der Geschichte.
Die Zahl 48 ist keine Randnotiz, sie ist ein Machtwort. FIFA-Präsident Infantino hat das Turnier aufgeblasen, bis es fast platzt. Mehr Spiele, mehr Kontinente, mehr Kasse. Die Logik dahinter: Wer dabei ist, bleibt im Gespräch. Wer fehlt, verliert Gesicht. Besonders, wenn man vier Sterne auf der Brust trägt.

Italiens blau ist jetzt einfach nur blass
Die Azzurri? Abgestiegen in der Konkurrenz, obwohl Fußball im Stiefelstaat Religion ist. Kein WM-Ticket 2018, keins 2022, und nun wieder nichts. Die Zahlen sind gnadenlos: Drei Mal hintereinander hat Italien es versäumt, sich zu qualifizieren – so etwas ist selbst kleineren Fußballnationen peinlich. Die Fans reagieren mit einem Mix aus Wut und Resignation. Die Spieler? Sie schweigen oder posten Trainingsvideos, als wäre nichts gewesen.
Die deutsche Elf hingegen ist längst im Modus „Mission Titel Nummer fünf“. Hansi Flick hat seinen Kader durchgemischt, die jungen Wilden sollen den Gegner reißen, die Alten sollen ihn führen. Die Gruppenauslosung wird zum Taktik-Schach, denn jetzt drohen auch Irak, Bosnien oder Tschechien als Gruppengegner. Kein Freund spricht mehr von „leichten Gegnern“, denn das Turnier ist zu groß für Arroganz.

Die party beginnt am 11. juni – mit oder ohne italien
USA, Mexiko, Kanada: Drei Länder, 16 Stadien, Temperaturen, die selbst Mitte Juni die Lunge verbrennen. Die FIFA verspricht „das größte Sportfest aller Zeiten“. Kritiker nennen es „das längste“. Denn mit 104 Spielen dauert das Turnier fast so lange wie eine Bundesliga-Saison. Die Spieler werden reisen wie Touristen, die Fans werden zahlen wie nie zuvor. Die TV-Rechte sind bereits verkauft, die Tickets sind bereits verteilt.
Und trotzdem bleibt ein Geschmack nach Rasen und Geld. Denn wenn selbst der Irak wieder dabei ist, Italien aber nicht, dann stimmt etwas nicht mit der Logik des Fußballs. Oder vielleicht stimmt gerade das: Dass das Spiel sich selbst überholt, dass Größe keine Garantie mehr ist und dass die nächste WM vielleicht mit 64 Teams kommt – damit auch San Marino endlich dabei ist.
Die 48 Klubs sind jetzt fix, die Pläne stehen, die Flugzeuge rollen. Wer in drei Jahren in North America jubelt und wer heult, entscheid sich auf dem Rasen – und nicht auf dem Papier. Für Italien heißt es: wieder abwarten. Für alle anderen: Loslegen. Die WM 2026 ist kein Traum mehr, sie ist ein Termin. Und der Kalender macht keine Geschenke.
