Wm 2026: infantino setzt auf iranische teilnahme – trotz eskalation

Trotz anhaltender Spannungen im Nahen Osten bekräftigt FIFA-Präsident Gianni Infantino mit Nachdruck: Der Iran wird bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada dabei sein. Ein klares Bekenntnis, das am Rande einer Wirtschaftskonferenz in New York gemutmaßen wurde und die Frage aufwirft, wie sich die geopolitische Lage auf den Sportausrichtungsplan auswirken wird.

Die qualifikation steht fest, der wille auch

Infantino betonte, dass die iranische Nationalmannschaft sich sportlich für das Turnier qualifiziert habe und ihre Gruppenspiele wie geplant in den Vereinigten Staaten austragen werde. „Der Iran kommt auf jeden Fall“, erklärte er gegenüber CNBC. Die Hoffnung, dass sich die Situation bis zum Turnierbeginn „in eine friedliche Richtung“ entwickle, sei natürlich vorhanden, doch die sportliche Teilnahme stehe fest. Der Präsident scheint entschlossen, die Interessen des Fußballs über politische Bedenken zu stellen.

Die ursprüngliche Unsicherheit, die durch die militärische Eskalation im Februar aufkam, als Teheran sogar einen Boykott in Erwägung zog und die Austragung in den USA ablehnte, scheint nun beigelegt. Die FIFA hielt jedoch an ihrem ursprünglichen Plan fest. Nach wochenlangen Luftangriffen und Vergeltungsmaßnahmen, die erst am 8. April in einer brüchigen Waffenruhe gipfelten, bleibt die Frage, wie lange dieser Zustand von Stabilität andern wird.

Sport als brücke – ein appell

Sport als brücke – ein appell

Sport sollte außerhalb der Politik stehen“, mahnte Infantino. „Wenn sonst niemand daran glaubt, Brücken zu bauen und zu erhalten, dann tun wir das.“ Ein credo, das angesichts der aktuellen Eskalation im Nahen Osten eine besondere Bedeutung erhält. Die FIFA scheint entschlossen, den Sport als Instrument des Dialogs und der Verständigung zu nutzen, auch wenn die politischen Realitäten komplex und herausfordernd sind. Die Weltmeisterschaft beginnt am 11. Juni und verspricht, trotz aller Widrigkeiten, ein globales Sportereignis zu werden.

Die Gruppenspiele des Iran sind für Los Angeles und Seattle angesetzt, das Teamquartier befindet sich in Tucson, Arizona. Die erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragene WM stellt für den Iran eine Chance dar, seine nationale Identität zu stärken und die Weltöffentlichkeit zu erreichen. Ob die fragile Waffenruhe Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Die FIFA setzt auf den Sport und auf die Hoffnung, dass er eine verbindende Kraft sein kann.