Wm 2026: angst vor razzien und repression in den usa?
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko wirft lange Schatten voraus – und nicht nur wegen des sportlichen Potenzials. Amnesty International schlägt Alarm: Die Menschenrechtslage in den USA, insbesondere unter der Präsidentschaft von Donald Trump, birgt ernsthafte Risiken für Fans, Spieler und Journalisten. Die Debatte belastet das Turnier bereits vor dem ersten Anstoß.
Verstärkte kontrollen und die rolle des ice
Maja Liebing, Expertin für die Region Amerikas bei Amnesty International, warnt vor „verstärkten Kontrollen“ bei der Einreise, bei denen beispielsweise Social-Media-Aktivitäten auf Antiamerikanismus geprüft werden könnten. Besonders problematisch sieht sie die Situation für Transmenschen, deren Identitäten in den USA nicht anerkannt werden. Eine zusätzliche Belastung ergibt sich aus der geplanten starken Beteiligung der Einwanderungsbehörde ICE. Die Organisation hat offenbar keine Zusicherung erhalten, dass es während des Turniers nicht zu Razzien kommen wird – ein Szenario, das die Freude an der WM trüben könnte.

Trumps vorstellung von einer „reibungslosen“ wm
Während Trump zweifellos ein reibungsloses Turnier wünscht, ist fraglich, was er darunter versteht. Liebing befürchtet, dass der Präsident Kontrolle ausüben und auf Repression setzen könnte, um Proteste zu unterbinden. „Wir fordern eine WM ohne Angst und Ausgrenzung. Ich glaube, da hat Trump eine ganz andere Vorstellung“, so die Menschenrechtsaktivistin.

Die dfb-verantwortung: mehr als ein positionspapier
Neben der FIFA sieht auch Amnesty International den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in der Verantwortung. Während der DFB 2022 nach der WM in Katar ein Positionspapier zur Achtung der Menschenrechte veröffentlichte, fehlt bislang jegliche Äußerung zum bevorstehenden Turnier in Nordamerika. „Bisher haben wir vom DFB aber noch nichts zur WM in den USA, Kanada und Mexiko gehört“, kritisiert Liebing. Sie hofft auf eine verstärkte Einsatzbereitschaft des DFB in den kommenden Wochen und Monaten, um die Rechte der Menschen zu schützen.

Spieler im hintergrund: schutzkonzept steht im vordergrund
Die Aktivistin räumt ein, dass die primäre Verantwortung nicht bei den Spielern liegt. Viel wichtiger sei ein vernünftiges Schutzkonzept, das Besucher aus aller Welt vor Razzien, Einwanderungsverboten und Diskriminierung bewahrt. Das Turnier droht, zu einem Schauplatz politischer Spannungen zu werden, der den eigentlichen sportlichen Wettbewerb in den Hintergrund drängt.
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die FIFA und der DFB den notwendigen Druck auf die US-Behörden ausüben können, um eine WM zu gewährleisten, die wirklich für alle zugänglich und sicher ist. Die Augen der Welt sind auf die Organisatoren gerichtet – und die Uhr tickt.
