Wirtz zündet in basel den turbo und beendet 18 jahre schweiz-fluch
Basel – 90 Minuten, vier Scorerpunkte, ein einziges Dauergrinsen. Florian Wirtz hat die deutsche Nationalmannschaft mit einer Gala-Vorstellung aus dem 18-jährigen Schweiz-Trauma befreit und prompt die nächste Debatte über seinen Stellenwert im Weltfußball entfacht.
3:2-Kunstschuss lässt xhaka schwärmen
Der 22-Jährige schlenzte die Kugel aus 18 Metern mit links so traumhaft ins Kreuzeck, dass selbst sein ehemaliger Leverkusener Mitspieler Granit Xhaka sich nach Abpfiff vor ihm verneigte. „Ein Genuss, so etwas mitzuerleben“, sagte der Schweizer Kapitän und kassierte trotz der 3:4-Niederlage Applaus für seine Fairness.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wirtz beteiligte sich an allen vier Treffern, schoss zwei Tore selbst und bereitete zwei weitere vor. Es war seine höchste Bilanz im Nationaltrikot – und das gegen den Nachbarn, der Deutschland zuletzt 2008 beim 3:2 in Basel das Leben schwer gemacht hatte.

Nagelsmann nennt ihn „unfassbar gut“
Julian Nagelsmann schwärmte nach dem Spiel von einem Spieler, „der bei allen Top-Klubs ganz oben auf dem Zettel steht, wenn er diese Leistung bestätigt“. Der Bundestrainer hob vor allem die „Power“ hervor, mit der Wirtz neben der Technik auch die nötige Robustheit mitbringt. „Er verbindet Speed mit Übersicht – das ist selten.“
Die Basler Zeitung atmete nach dem Abpfiff tief durch und titelte „Weltklasse-Wirtz“. Die Rede war von einem „allgegenwärtigen Zauberer“, der die Schweizer Defensive in Grund und Boden lief. Selbst Innenverteidiger Jonathan Tah gestand, dass er „immer wieder staunt, wie leicht er das Spiel macht“.

Defensive wackelt, wirtz bügelt es aus
Dabei hatte die DFB-Defensive vor allem in der ersten Hälhee ordentlich gezittert. Die Schweiz kam zweimal zurück, schaffte den Ausgleich und hätte durch Breel Embolo sogar in Führung gehen können. Doch Wirtz’ Offensivfeuerwerk überstrahlte alle Schwächen. „Wir wissen, dass wir hinten noch nachbessern müssen“, sagte Tah, „aber wenn vorne so etwas möglich ist, nimmt man das gerne mit.“
Für Wirtz selbst war der Abend ein Meilenstein. „Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich den Schuss genau so geplant hätte“, grinste er vor der Mischzone und schob nach: „Aber ich habe es eben doch ein bisschen gewollt.“
Die Botschaft ist klar: Deutschland hat einen neuen Leitwolf, und der spielt gerade erst seine zweite Saison auf internationalem Parkett. Wenn er diese Frequenz hält, wird er nicht nur Liverpool, sondern ganz Europa vor Probleme stellen. Die Schweiz hat ihn jetzt schon gespürt – und der Rest der Welt wartet.