Wirtz zieht die schweiz in den wahnsinn – 125-millionen-euro-mann macht nati alt aus

Florian Wirtz schlug in Basel dreimal ein, schraubte sich selbst in den Himmel und die Schweiz in die Erde. 3:4 hieß es am Ende, doch die Zahlen lügen nicht: der 22-Jährige stand bei fünf der sieben Treffe unmittelbar mit drin.

Die nati wollte ihn stoppen, aber sie traf nur luft

Die nati wollte ihn stoppen, aber sie traf nur luft

Erst hackte er den Ball aus 18 Metern ins Kreuzeck, dann legte er das 4:3 mit der Innenseite auf. Dazwischen: ein Doppelpass mit Musiala, den selbst Elvedi nur noch foulen konnte – Gelb. Die Sky-Mikrofone fangen ihn noch auf dem Rasen ein: „Geht sofort wieder“, ruft Wirtz, und tatsächlich sprintet er 80 Meter zurück, um Zakaria abzuknöpfen.

Die Basler Zeitung spricht von „Vogelwild“, Blick nennt ihn „Zauberer“, doch der Begriff trifft es nicht mehr. Was Wirtz da macht, ist keine Magie, sondern reine Rechenkunst. Seine Bewegungsabläufe lassen sich in Vektoren zerlegen, die kein Schweizer Defensivverbund lösen kann. 28 Ballaktionen in der gegnerischen Hälfte, 17 davon erfolgreich – das ist keine Quote, das ist eine Drohung.

Für die Nati beginnt ein neues Trauma. Seit 2008 hatten sie gegen Deutschland nicht verloren, nun zerbricht die Serie am eigenen Mythos. Trainer Yakin weist nach dem Abpfiff auf „Kleinigkeiten“ hin, aber das Gegenteil ist richtig: Die Differenz war riesig und hieß Wirtz. Ein einziger Spieler riss die Abwehr auseinander, als wäre sie aus Papierschnipseln.

125 Millionen Euro hatte Liverpool laut Medienberichten im Januar auf den Tisch gelegt. Nach diesem Abend dürfte der Preis steigen – oder Leverkusen einfach die Nummer 10 sperren. Weg vom Fenster, weg von der Realität der anderen.

Die Schweiz muss nun nach vorne schauen, doch die Videos laufen bereits rauf und runter. Wirtz wird sie verfolgen, bis zum EM-Auftakt in zwei Monaten. Und die deutsche Presse feiert schon den neuen Kapitän ohne Armbinde. Für die Nati bleibt nur die Erkenntnis: Gegen diesen Wirtz gibt es kein Trainingslager, keine Taktik, kein Gebet. Nur noch die Hoffnung, dass er sich irgendwann einmal erkältet.