Wettanbieter setzen auf abstiegsduell: lecce und cremonese im freien fall

Die Wettquoten donnern auf 2,00 – ein Wert, der im Fußballbusiness lauter schreit als jede Pressekonferenz. Lecce und Cremonese stehen am Rande der Serie-B-Kante, und die Buchmacher glauben nicht mehr an ein Happy End. Nach acht verbleibenden Spieltagen trennen nur noch Nuancien die beiden Klubs vom endgültigen Absturz.

Die luft wird dünner – und die uhr tickt

Die Formkurve der Salentiner zeigt seit Wochen nach unten: zwei Niederlagen gegen Napoli und Roma, dazu das 0:1 in Cremona, wo Jamie Vardy und Kialonda Gaspar am 7. Dezember noch einmal die Klingen kreuzten. Marco M. Mantovani hielt den Moment fest – ein Foto, das heute wie ein Vorbote wirkt. Di Francesco’ Team stolpert mit 27 Zählern auf Rang 18, nur wegen des besseren Torverhältnisses vor Cremonese. Die Lombarden selbst gewannen nach der Entlassung von Davide Nicola unter dem neuen Mann Marco Giampaolo bei Parma mit 2:0 und atmen kurz auf. Doch der Atem bleibt schwer: 27 Punkte bedeuten nichts, wenn die Konkurrenz sprintet.

Die Wettanbieter Betsson, Domusbet und Starvegas zeigen keine Erbarmen: 2,00 für Cremonese, 2,00 für Lecce – ein Quoten-Tie, der die Ungewissheit perfekt macht. Dahinter lauert Cagliari mit 30 Punkten bei 4,50, während Fiorentina (29) nach dem Trainerwechsel von Vincenzo Italiano zu Raffaele Palladino auf 12,00 abgestraft wird. Die viola holten aus den letzten drei Partien sieben Zähler und haben mit Moise Kean eine Waffe, die in den Schlussminuten zupackt.

Verona und pisa sind länger abgeschrieben

Verona und pisa sind länger abgeschrieben

Mit 18 Punkten jagen die Venetoer und die Toskaner ein Phantom. Neun Zähler Rückstand, acht Spiele – das rechnet selbst der Optimist im Büro des Präsidenten nicht mehr zusammen. Die Quoten für den Klassenerhalt schwanken zwischen 15,00 und 25,00, ein Hintertänzchen für Statistik-Freaks. Für die Liga ist die Entscheidung gefallen: Der dritte Abstiegsplatz wird zwischen Lecce, Cremonese und möglicherweise Cagliari ausgespielt.

Der Blick auf den Spielplan zeigt, warum die Nerven blank liegen. Lecce muss nach Mailand gegen Inter und empfängt noch Lazio und Atalanta. Cremonese reist nach Turin und spielt daheim gegen Milan. Cagliari hat mit Sassuolo ein machbares Auswärtsspiel, folgen dann Juve und Roma. Die Sequenz ist ein Kalender voller Fallen.

Die wahrheit liegt zwischen strafraum und tribüne

Die wahrheit liegt zwischen strafraum und tribüne

Wer in den Kabinen der Stadion Giovanni Zini lauscht, hört kein Selbstmitleid. „Wir haben 24 Punkte im Lotto“, sagte ein Betreuer vor dem Duell mit Parma – und meinte damit die restlichen Achterpacks. Die Spieler wissen: Ein Sieg gegen Verona am 33. Spieltag könnte die Kurve kreuzen. Doch bis dahin zählt nur die nächste Aktion, der nächste Zweikampf, der nächste Schritt Richtung Sechzehner.

Die Wettquoten sind kein Fluch, sondern ein Spiegel. Sie zeigen, dass die Liga in dieser Saison keine Gnade kennt. Und sie erinnern daran, dass der Abstieg kein Schicksal ist, sondern ein Prozess aus Fehlern, Verletzungspech und manchmal auch Schiedsrichterpfiffen. Am 24. Mai um 20.45 Uhr ist Schlusspfiff – bis dahin wird geschwitzt, geflucht und gebetet. Die Buchmacher haben ihre Meinung kundgetan. Jetzt sind die Kicker gefragt.