So knapp nutzen die nl-clubs ihre importe aus – davos und biel liegen vorn
Kein Verein der National League schöpft seine Ausländerkontingente voll aus. Die Spitzenreiter liegen trotzdem vorn – und das sagt viel über die Playoff-Chancen aus.
Die zahlen, die hinter dem meisterkampf stecken
312 mögliche Einsätze für Importe hat jeder Club in der Regular Season. Keiner nahm alle mit. Der SC Bern und der EHC Biel-Bienne kommen ihren Zuschauern am nächsten: 310 von 312 Plätzen belegt, 99,36 Prozent. Beide mussten in den Play-Ins bereits ausscheiden. Die Ironie: Je dichter das Kader gedrängt ist, desto früher endet für sie die Saison.
Der EV Zug und der HC Davos teilen sich Rang drei mit 308 Einsätzen. Davos holte sich dafür kurzfristig den finnischen Keeper Roope Taponen, damit in der heißen Phase kein Platz ungenutzt bleibt. Die Zuger rotierten acht Feldimporte und verteilten Last durch die Champions-Hockey-League. Der Gewinn der Qualifikation ist keine Glanzleistung, sondern Resultat akribischer Kontingentplanung.

Verletzungspech statt tiefe: die lakers zahlen den preis
Ganz anders die SC Rapperswil-Jona Lakers. Mit 283 Einsätzen stehen sie am Ende der Statistik. 29 Mal fehlte ein Import – und genau das kostete Punkte. Nicklas Jensen verpasste wegen wiederholter Verletzungen fast die Hälfte der Saison, Lawrence Pilut kam nach seinem Kreuzband-Aus in Lausanne nicht in Fahrt. Trainer Colin Muller musste oft mit nur vier Ausländern auflaufen. Die Lakers schafften die Play-Ins trotzdem – ein kleines Wunder.
Der ZSC Lions nutzte exakt gleich viele Plätze wie Rapperswil, doch die Qualität der Verfügbaren hob die Stimmung. Juho Lammikko kehrte im Februar zurück und gibt den Playoff-Traum Tritt. Die Löwen tragen ihr Potenzial als stille Drohkulisse mit sich herum.

Was die torquoten verraten
Betrachtet man nur die produzierten Treffer, liegt HC Ajoie vorne – trotz nur 300 Einsätzen. Anttoni Honka schoss vom blauen Strich mehr Tore als mancher Stürmer. Die Breite zählt nicht, wenn einer die Differenz macht. Beim Lausanne HC wiederum halfen nur zwei Import-Verteidiger durchgehend: Erik Brännström und Sami Niku. Der Rest wechselte sich aus, was die Torquote drückte – und trotzdem reichte es für Platz vier.
Die Botschaft ist klar: Ein gut geöltes Sechstett bringt mehr als ein überdimensioniertes Roster mit Lücken. Die Teams, die ihre Ausländer laufen lassen konnten, stehen noch. Die, die dauernd umplanen mussten, schauen von außen zu – oder fliegen früh raus.
Am Freitag beginnen die Viertelfinals. Drei der vier Top-Kontingent-Nutzer sind noch dabei. Das ist kein Zufall. In der National League zählt jeder Einsatz – und jeder Ausfall gleich doppelt.
