Keiner will rauf: 3. liga träumt nicht mehr von der 2. handball-bundesliga
Die Deadline rückt näher, doch die Liste der Aufsteiger schrumpft. Bis Ende März müssen sich die Spitzenklubs der 3. Handball-Bundesliga festlegen – doch immer mehr Teams lehnen ab. Der Traum vom Sprung in die zweite Liga? Verblasst. Der Grund: Die Kosten explodieren, die Anforderungen wachsen, das Personal fehlt.
Die absagen häufen sich
TSB Heilbronn-Horkheim war erst der Anfang. Der Klub analysierte intern Buzzer-Technik, Lichtstärke, Bodenbeschaffenheit – und sagte klar: „Wir sind nicht bereit.“ Der SV Kornwestheim folgte. Abteilungsleiter Mirko Henel spricht offen aus, was viele denken: „Eine Zweitliga-Saison mit all ihren professionellen Anforderungen zu stemmen, dafür braucht es sehr viel Manpower, die wir so nicht bieten können.“ Sportlicher Leiter Pascal Welz ergänzt: „Wir hätten Probleme sowohl bei der Spielstätte als auch im Trainingsbetrieb.“
Doch das ist nur die Spitze. Auch die HSG Hanau lehnte ab. Geschäftsführer Hannes Geist formuliert es behutsam, aber deutlich: „Wir wollen sportlichen Erfolg und wirtschaftliche Vernunft in Einklang bringen.“ Die Wölfe Würzburg wiederum spielten schon in der 2. Liga, doch die Leistungsträger stehen vor dem Karriereende. Der Klub spricht von einem „strukturellen und sportlichen Umbruch“, der erst einmal verarbeitet werden muss.

Die hürden wachsen mit jedem jahr
Wer in die 2. Bundesliga will, muss nicht nur sportlich mithalten – er muss auch investieren. Die HBL fordert 1000 Lux Lichtstärke, die 3. Liga nur 300. Die Hallenhöhe muss sieben Meter betragen, der Boden muss frei sein von fremden Markierungen. Dazu kommen Schiedsrichtergebühren, Spielaufsicht, Buzzer-Technik – alles Kostenfaktoren, die kleine Klubs sprengen.
Markus Fuchs, Geschäftsführer des ASV Hamm-Westfalen, bleibt trotzdem hartnäckig. „Wir müssen alle gemeinsam von Aufgabe zu Aufgabe denken und arbeiten. Dann erreichen wir das Zwischenziel Aufstiegsrunde. Und dann geht es Spiel für Spiel weiter.“ Hamm, Braunschweig, Aue, Saarlouis und Gelnhausen halten durch – doch sie sind die Ausnahme.
Die Frage ist nicht mehr, wer will. Die Frage ist: Wer kann sich das noch leisten?
