Psg kassiert extrawurst: chelsea schuftet, paris darf ausspannen

Paris Saint-Germain darf am Wochenende vor dem Champions-League-Kracher gegen Chelsea die Füße hochlegen, während die Blues in der Premier League ran müssen – das ist keine Zufallsregel, sondern das Ergebnis eines offiziellen Antrags, den die französische Liga eilig genehmigte.

Die liga schiebt nantes beiseite – und macht sich unbeliebt

Statt am Samstag um 17 Uhr den FC Nantes zu empfangen, hat PSG jetzt ein freies Wochenende. Der Grund: Das Rückspiel gegen Chelsea steht am Dienstag an. Die Entscheidung der Ligue 1 sorgt nicht nur in London für Unmut. Auch die Nantes-Ultras schäumen: „Französische Vereine müssen den Interessen von PSG dienen“, schrieben sie in einem wütenden Statement und erinnern daran, dass ihre Mannschaft bereits in der Vorsaison das Nachsehen hatte, als Paris zwischen den Achtelfinal-Partien gegen Aston Villa ein Freilos bekam.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Während PSG im März nur viermal spielt, hat Chelsea sieben Pflichtspiele – trotz Länderspielpause. Die Blues reisen nach Paris, fliegen zurück, spielen am Samstag gegen Newcastle, fliegen wieder nach London und haben dann 48 Stunden später das Rückspiel. PSG? Trainiert in Ruhe, schont Muskeln, kann sich auf Taktik konzentrieren.

Chelsea-coach rosenior bleibt diplomatisch – die fans nicht

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Liam Rosenior, der Chelsea-Trainer und Ex-Strassburg-Coach, wollte sich nicht beschweren: „PSG ist ein Klub, den ich respektiere. Es steht mir nicht zu, mich zu beschweren.“ Die Anhänger sehen das anders. In Foren kursieren Screenshots des Spielplans, daneben das Wort „Wettbewerbsverzerrung“ in Großbuchstaben. Die Premier League zeigt keine Erbarmen, die Ligue 1 biegt sich für ihren Champions-League-Vertreter.

Das Problem ist nicht neu. Seit Jahren räumt die französische Liga Termine für PSG, wenn die Königsklasse ruft. Die Logik: Ein Titel für Paris würde die französische Fußball-Marke stärken. Die Kehrseite: Die restlichen Klubs werden zu Statisten in einem Spiel, das nur um ein Team kreist. Nantes muss nun Ende April in eine englische Woche, um das Nachholspiel in Paris zu bestreiten – mitten im Abstiegskampf.

Die Frage ist nicht, ob PSG die Extrawurst bekommt. Die Frage ist, wie lange die Liga noch so tut, als sei das normal. Die Antwort liegt im März-Kalender: Paris darf duschen, Chelsea darf laufen. Und irgendwann wird sich zeigen, ob die Pause goldwert ist – oder nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte einer Liga, die sich selbst kleiner macht, um einen einzigen Klub größer wirken zu lassen.